Schlagwort-Archiv: Gedankenkreisel

Gedankengeschnetzeltes #11 oder: Warten, warten, warten

Heute lief das Angebotsultimatum aus.

Nach zwei Wochen warten nun die große Gedankenkreiselei: Bin ich gescheitert? Gebe ich zu früh auf? Und: Warum zur Hölle kann sich keiner an Termine halten? Letzteres passiert mir in letzer Zeit so oft. Ich werde wohl demnächst irgendjemanden, der mit meiner aktuellen Wartearie überhaupt nichts zu tun hat, so was von zur Schnecke machen, weil ich just dann denken werde, jetzt ist Schluss. Ich möchte mich schon jetzt dafür entschuldigen! Was ich in den letzten Wochen verstanden und vertagt habe, um noch mehr zu verstehen und neu zu planen… das geht auf keine Kuhhaut… oder aber eben auch keine Corinahaut.

Zurück zu einem der Hauptwartegründe: Seit Anfang des Jahres warte ich, dass die derzeitigen Besitzer meiner Wunschbuchhandlung in die Puschen kommen und konkret werden. Irgendwann stand da tatsächlich auch mal ein konkretes Datum im Raum… nur mehr halt auch nicht.

„Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine weiteren Informationen liefern.“ „Jetzt müssen wir ersteinmal Urlaub machen.“ – Spätestens nach diesem Satz platzte mir zumindest innerlich schon mal die Hutschnur und der erste Gedanke der Hinhaltetaktik machte sich breit. Nachdem ich den Satz ein zweites Mal hörte – einen Urlaub später quasi – bin ich mir bei der Hinhaltetaktik eigentlich recht sicher. Nur eben das „eigentlich“ und die Hoffnung, die lassen mich ganz geduldig weiterwarten – oder eben auch nicht mehr. Während des letzten Urlaubs verstarb plötzlich ein naher Verwandter des Besitzers. „Sie müssen verstehen…“ war in diesem Moment natürlich ein mehr als verständliches Argument. Danach ging’s weder vor noch zurück. Bis mich die Panik überkam. Wenn das irgendwann mal in den Raum geworfene Datum tatsächlich eingehalten werden sollte, dann habe ich zumindest noch unglaublich viel zu tun. Da hilft bei aller Nächstenliebe kein Verständnis… und mein Unverständnis, wie das in einer ganz normalen Geschäftsbeziehung bitte funktionieren soll, wurde immer größer. Nun bin ich diesbezüglich vielleicht der komplette Gefühlskrüppel, aber als damals vor Jahren mein Stiefvater verstarb, bin ich – nach der Mitteilung darüber – in meinem öffentlichen Verkehrsmittel sitzengeblieben und habe, wie man das von mir an diesem Tag erwartete, meinen Dienst an meinem Arbeitsplatz getan. Ich bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass das ein Grund hätte sein können aus meinem Alltag auszubrechen und alles stehen und liegen zu lassen. Vielleicht nicht die gesündeste Art, aber die Gründe dafür liegen dann wohl an einer ganz anderen Stelle begraben. Auch alles andere diesbezüglich habe ich ganz arbeitgeberfreundlich in meinen Alltag hineinorganisiert. Weil man das ja so macht – nahm ich an, damals.

Wie auch immer. Das Schreiben des Angebots, das Setzen einer Frist, sollte – so der Tipp von IHM, dem Berater – den Besitzern ausreichend Zeit einräumen, bei all ihren Organisierereien sich auch mit ihrem ganz persönlichen Projekt auseinander zu setzen. Klang plausibel. Finde ich auch immer noch. Aber nix. Nada. Niente. Keine Reaktion. Ist ja auch nicht so, dass ich sonst nichts zu tun habe: Ich gehe 40 1/2 Stunden in der Woche einem Job nach, der mir keinen Spaß macht und bei dem ich mich zu Tode langweile. Ich kann mich nicht neu bewerben, weil mich keiner einstellt, wenn ich erwähne, dass ich mich in ca. einem halben Jahr evtl. selbständig machen möchte. Ich büffele ca. 10 Stunden in der Woche für meine Defizite bezüglich der Übernahme (und natürlich auch für eine Jobalternative, falls das mit dem ganzen Projekt doch nichts wird) an meinem Buchhalter-Kurs. Ich versuche 3x in der Woche mein Glück und Ausgleich beim Sport, was ich brauche, weil ich sonst vor Lethargie eingehe und völlig energielos durch die Woche eiere. Ich versuche zumindest so halbwegs ein Privatleben aufrecht zu halten – und nicht nur weil in so ziemlich jedem Ratgeber zur Selbständigkeit steht, dass die Freunde (Familie gibt es hier unten ja nun mal nicht) der wichtigste Rückhalt während des Wegs zur Selbständigkeit sind, sondern ich auch einen Ausgleich für all den Stress brauche. Dass sich ein Teil der „Freunde“ dann noch in den Reigen der „Du musst verstehen“-Arie mit einklinkt, lassen wir an dieser Stelle mal außen vor. Na, und weil das ja alles noch nicht ausreicht, stirbt der Mann meiner Vermieterin, lässt sie Eigenbedarf an meiner Wohnung anmelden und verdammt mich so zu einem völlig außerplanmäßigen Umzug in einer Zeit, in der ich das nun so überhaupt nicht gebrauchen kann. Ich verstehe das natürlich und will ihr natürlich auch nichts böses! Aber die Bank – sollte das überhaupt alles doch noch was werden – wird ganz sicher kein Verständnis für einen nicht korrekt ausgearbeiteten Businessplan aufbringen, wenn ich der das damit versuche zu erklären. Womit ich also versuche alles unter einen Hut zu bringen… und mich wieder die Frage stellen lasse: Warum zur Hölle kann sich keiner an Termine halten?

Ich werde nun die Nacht zum Grübeln nutzen, was ich morgen in der Mail an die Besitzer schreibe, um ihnen eine Antwort abzuluchsen…

Gedankengeschnetzeltes #10 oder: Ich hau‘ mein (Arbeits)Leben mal eben über den Haufen oder: Was länger vor sich hin hirnt muss eben irgendwann doch raus.

Da sitz‘ ich also mal wieder lang wach. Die große Frage vor mich hin hirnend, soll ich oder soll ich nicht… Mal eben mein (Arbeits)Leben über den Haufen werfen?

Das große Ziel – die eigenen Lesewelten im nächsten Jahr zu eröffnen – noch klar vor Augen, muss ich, so bin ich seit einiger Zeit vage, seit letzter Woche innerlich sehr und seit gestern nun felsenfest überzeugt, den Weg dahin überdenken.

Der Plan an sich (tagsüber die Miete verdienend, mich am Abend der großen Idee zu nähern) ist ja gar nicht so verkehrt. Aber der Job, der für die Miete zuständig ist, der ist, so muss ich mir nun eingestehen, tatsächlich nicht der wahre. Wenn ich allein bei dem Gedanken, das jetzt noch 1 1/2 Jahre zu machen, Herzrasen bekomme, dann läuft was falsch. Wenn ich am Morgen aufwachend auf eine überraschende Krankheit hoffe, um daheim bleiben zu können, dann bin ich nicht mehr ich. Wenn ich vor Kunden stehend, teilweise das komplette Gegenteil von dem denke, was meinen Mund schließlich verlässt, fällt es mir echt schwer mir mit Wohlwollen selbst in die Augen blicken. Das alles frisst letztlich Energie, die die Kleine Idee braucht. – Gewusst habe ich das ja, so glaube ich, ganz schnell. Schön geredet hab ich mir das einen Tick zu lang. Nun stehen mir noch 4 Wochen Probezeit bevor, die mich da noch halbwegs schnell rauskommen lassen. Ob ich aber so halbwegs schnell auch eine Alternative finde? Das steht nun noch auf einem ganz anderen Blatt.

Und neben all diesem Gedankengeschwurbel und Rumgehirne, fällt mir mal wieder auf, wie lange ich so einen Mist immer nur mit mir selber ausmache bzw. wie ich das, wenn mich denn jemand darauf anspricht, wunderbar vor mir herschieben kann – und dann vermutlich den ein oder anderen mit meinen dann nach außen wirkenden urplötzlichen Entscheidungen überrumpele. Das wiederum hilft bei der soll ich oder soll ich nicht Frage ja nun auch nicht unbedingt. Meist folgt darauf ein innerlicher Dialog, dass ich das so plötzlich nicht machen kann, weil das ja keiner nachvollziehen kann. Das ist natürlich schön blöd.

So, vielleicht klappt’s ja jetzt mit dem Schlafen. Schließlich hab‘ ich ja nun (mal wieder) einiges vor.

Gedankengeschnetzeltes #9 oder: Ideenjonglieren

Ruhig ist es hier geworden – und das nicht erst seit gestern. Irgendwann mit den Horschties ging’s so richtig los – unterschwellig aber auch schon ein bisschen länger. Hin- und hergerissen zwischen schlechtem Gewissen und innerem Antrieb wenigstens irgendwas auf die Beine zu stellen, irgendwas vorweisen zu „müssen“, wenn ich mich hier „wieder“ zu Wort melde. Eigentlich komplett bekloppt. Also so richtig bekloppt! Blöd! Hirnrissig!

Ähm… in die Richtung sollt’s jetzt eigentlich gar nicht gehen 🙂

Nicht, dass ich in den letzten Wochen nichts getan hätte. Nein. Ich bin jeden morgen tapfer aufgestanden, habe tapfer meine Arbeit verrichtet und nebenbei so viel rumgehirnt, wie ich es seit langem nicht mehr getan habe. Ich habe Ideen aufgestellt. Verworfen. Verfeinert. Weiterentwickelt. Neu aufgestellt. Noch mal verworfen. Wieder aufgegriffen. Mich angepflaumt endlich loszulegen. Mich davon überzeugt, doch nicht loszulegen, weil sowieso viiiiiel zu kompliziert und sowieso nicht umzusetzen. Ach herje!
Mittlerweile bin ich wieder bei loslegen angelangt… – wenn ich nur nicht so ein verflixter Perfektionist wäre, dann wär’s doch glatt viel einfacher. Glaub ich… vielleicht auch nicht. Egal. Es geht los! Ich geb mir jetzt noch zwei Wochen für Informationssammlung und dann, dann bin auch wieder hier! Und dann hör ich auch auf so mystisch durch die Gegend zu schreiben. Hoff ich! Das wird noch einige Selbstgespräche in Anspruch nehmen. Glaub ich!

Was ich eigentlich sagen wollte: Ich bin noch da! Ich les noch mit! Ich reagier auch bald wieder!
Knuffz!

Gedankengeschnetzeltes #8 oder: Wie in Watte…

Irgendwie… irgendwie fängt dieses Jahr komisch an. Es hörte aber auch sehr merkwürdig auf. Da waren die Horschties, die plötzlich auf Krawall gebürstet waren. Da gab’s die Notbremse, die viel mehr Baustellen aufgedeckt hat als gedacht. Schließlich begrüßt das neue Jahr mit der Nachricht über den definitv auslaufenden Vertrag, die endlich die innerlich längst gefällte Entscheidung bestätigt, jede Menge Zuversicht hervorrief und trotzdem immer wieder für ordentliches Gedankenchaos sorgt.

Da gibt’s dann Tage, da möcht ich mich am liebsten irgendwo verkriechen, mir die Decke über’n Kopf ziehen und niemals nicht mehr wieder rausgehen. Nur um dann fünf Minuten später mit einem breiten Grinsen durch die Gegend zu tänzeln. Ein wundervolles Ereignis jagt das nächste, um zwischendurch von Angstattacken zersetzt zu werden. Ich fühl mich grad wie in Watte gepackt. Alles kommt aufgrund dieser abrupten Hochs und Tiefs nur noch gedämpft bei mir an. Und ich weigere mich standhaft mich entweder voll und ganz den Hochs oder voll und ganz den Tiefs hinzugeben. Die Hochs brauche ich im Moment um so mehr, um überhaupt irgendwie Land zu sehen… genauso die Tiefs natürlich aus Gründen einfach nicht (mehr) auszublenden gehen…

Und dann frag ich mich… Haben all die anderen Recht? Lauf ich davon? Gebe ich auf? Erwarte ich zu viel? Bin ich zu mimosenhaft? Nur um nach erneuten Gedankenkreisen aus tiefstem Herzen wieder von mir zu geben: Nein, ich möchte das so nicht mehr!… Bis ich wieder auf diese Menschen treffe, die mir einreden, „Du kannst doch jetzt nicht aufgeben“… Und ich stehe da… In mir ruft es, es macht mir doch aber keinen Spaß mehr. Es ist doch mein Leben. Ich muss doch bis zum Ende durchhalten. Warum kann ich das nicht so machen, dass ich wenigstens ein ganz klein wenig Spaß hab bei dem, was ich mache?… Und dann fallen mir all die vielen Sachen ein, die mir Spaß machen und die ich auch mache… Und dann frag ich mich… Haben die anderen vielleicht doch Recht??

Und dann… Irgendwann. Völlig k.o. vom Gedankenschwurbeln, sag ich mir, dass ich einfach mal aufhören sollte, mich zu fragen, ob die anderen Recht haben und einfach mit dem loslege, von dem ich denke, das es das Richtige sein könnte, nur um herauszufinden, was denn im Endeffekt wirklich stimmt. Denn vielleicht hab ich Recht und vielleicht kommt dabei was ganz anderes, aber viel tolleres raus. Und wenn nicht… Dann bleibt’s ja immer noch mein Leben und ich hab’s wenigstens versucht!

Gedankengeschnetzeltes #7 oder: meine Horschties und ich

Diese Woche schlagen sie alle zu… und ich wusste von einigen noch nicht mal, dass die überhaupt existieren. Einige mag ich ja sehr gern. Andere nehme ich wohl oder übel in Kauf. Von wieder anderen glaub ich ja zumeist, dass sie meine Freunde sind… bei genauem Hinsehen aber… entpuppen die sich doch ganz schnell als die schlimmsten Feine überhaupt.

Wovon ich hier schreibe? Von meinen Horsts 😉 Einige erwähnte ich ja ab und an hier schon mal… Mehr im Spaß… Aber vorhin so beim Gedankenkreiseln und Grübeln, fiel mir auf, wie oft ich die eigentlich doch betitele und dass die eine ganze Erklärungswelt beinhalten, die im Grunde genommen so viele kleine Dinge auf den Punkt bringen.

Diese Woche gaben sich Vernunfthorst und Pflichthorst einen erbitterten Kampf. Pflichthorst, der immer alles richtig machen mag und niemals jemanden enttäuschen will (faszinierenderweise betrifft das nie mich!), ist’ne verdammt harte Socke und hat sich im Endeffekt durchgesetzt. Vernunfthorst, der sich zu Wort meldete, ist eher’n Weichei… er hatte aber durch einen winzig kleinen Rat von Frau Leo an Katja (nämlich die Situation mal von außen zu betrachten und so zu tun, man müsse einer Freundin einen Rat geben, um eine Situation zu meistern. – Frau Leo, du weißt gar nicht, wie passend dieser Kommentar von dir bei mir im Postfach eintrudelte *drück*) enormen Rückenwind erhalten! So konnte er sich mit geballter Kraft aufbäumen, dem Pflichthorst mal ordentlich die Meinung geigen und zumindest einen Kompromisssieg davon tragen. Und auch wenn mittlerweile Verdrängungshorst dem Pflichthorst in die Bresche gesprungen ist, so hallt dennoch Vernunftshorsts Wirken nach: Dass es ein Problem gibt, ist erkannt. Dass dieses Problem gelöst werden muss, damit es wieder positiv weitergehen kann, ist auch erkannt. Allerdings auch, dass ich den ein oder anderen Horst in mir nicht sofort ausschalten kann… und auch ein Stück weit nicht ausschalten möchte… Dem Verdrängungshorst allerdings… dem muss es an die Kehle gehen! Muss nur den Pflichthorst auf meine Seite bekommen… und ich glaub, das wird ein hartes Stück Arbeit!

Auch wenn das hier gerade noch alles sehr kryptisch klingt… ich probiere dann mal diesen Weg der Gedankenentkreiselung, in der Hoffnung, dass ich so dem Verdrängungshorst ein Schnippchen schlagen kann!