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aus Gründen… gelauscht


 
Die absolute Lieblingsband des Stiefpaps, der heute vor 10 Jahren viel zu früh ging.

Nicht, dass es die Musik braucht, um immer mal wieder an ihn zu denken… Es sind aber jede Menge schöner Momente damit verknüpft… Sei es das liebevolle Aufziehen ob seiner Obsession für diese Band… oder seine leuchtenden Augen, wenn ein neues Album erschien… oder das Ergattern einer Isle of Man – Briefmarke… oder… oder…

Nicht, dass ihn nur die Musik ausgemacht hätte… heute hat’s die für mich gebraucht… für ganz besondere grinsende Erinnerungsmomente!

Der rote Stuhl

Hach. Nu ist es ja tatsächlich schon ein Weilchen her… Dennoch… hier nun endlich der Bericht zum leeren Stuhl:

Als es dann am 18. Oktober tatsächlich nach Tübingen ging, war ich ja schon ganz schön hibbelig. Nicht ganz so hibbelig wie im Jahr davor als es nach Singen zu Ken Follet ging, aber doch schon so in die Richtung. Es sollte der Abend werden an dem ich Umberto Eco gegenüberstehen sollte, was ich aber noch während der Fahrt ja überhaupt gar nicht glauben wollte (mal wieder…). Trotzdem hatte ich natürlich sicherheitshalber sein neustes Werk in der Tasche. Manchmal is ja blöde.
Gemeinsam mit dem Lieblingskolleschen ging’s zur Tübinger Universität und wir kämpften uns nach einem relativ hilflosen Weg zum Veranstaltungsort finden (Ausschilderungen werden ja völlig überbewertet) erstmal durch die Massen zu unseren Karten und anschließend zu halbwegs brauchbaren Plätzen. Die hatten wir tatsächlich auch gefunden… denn freie Sicht auf den roten Stuhl war uns gewiss. Yeah!
So hieß es ersteinmal warten… und stieren auf den leeren Stuhl… und währenddessen ein wenig in Erinnerungen schwelgen ob unseres Dates mit Ken und Grübeln, wer denn dann im nächsten Jahr auf dem Programm stehen könnte. (Diese Grübelei haben wir noch nicht beendet… uns ist noch keiner so recht eingefallen…)

Schließlich ging es los. Die Fernsehaufzeichnung zu „Literatur im Foyer“ des SWR… In drei Etappen wurde die Sendung zusammengeschnitten… Das da kam schließlich dabei raus: klick zur Fernsehsendung. Umberto Eco erzählt über seinen neuen Roman im Speziellen und Verschwörungstheorien im Allgemeinen. Und zwischendurch… was der Fernsehzuschauer nicht sieht, gab’s noch eine tolle Lesung mit Patrick Blank. 🙂 Kurz überlegte ich mir doch noch die Hörbuchfassung zuzulegen… Blöderweise, liest Patrick Blank die aber nicht. *grummel*

Schließlich… nach dem Zuhören des Vortrags bzw. der Vorträge von Patrick Blank und dem faszinierenden Lauschen Umberto Ecos Stimme (irgendwann… wenn ich mal groß bin… dann lern ich italienisch!! Also so richtig…) neigte sich auch diese Veranstaltung dem Ende… und Tatsache! Umberto Eco sollte noch signieren!1elf Also eingereiht in die lange Schlange und brav gewartet…

Und auch wenn das mittlere Bild einfach nur verschwommen ist… ist es doch das liebste von diesem Abend! Irgendwie steht es genau dafür wie schnell schon wieder alles vorübergegangen ist, wie flüchtig letztlich alles war… und auch wie vage das Zustandekommens dieses Abends bis zum Schluss sein sollte. Dieses Zaudern über Wochen hinweg… Soll ich? Soll ich nicht? Wird das ein guter Abend? Oder eben nicht? Am Ende waren der Lieblingskollesche und ich uns einig: Es war genau so(!) richtig, dass wir gefahren sind 🙂 Was bleibt… ein dickes Grinsen im Gesicht beim Zurückdenken!

#14 – Ein Buch aus deiner Kindheit

Mach ich mal in der Bücherbaumserie weiter…

Oh, ach herje… Das hatten wir doch schon mal… 🙂

Das erste Buch, was mir da in denn Sinn kam, war eigentlich das, das mir die Frau meines Paps immer vorlas. Das ist meine einzige Vorleseerinnerung in meiner Kindheit. Plötzlich bin ich wieder in dem mit dicken Federbett ausgestatteten Bett und mir wird vorgelesen. Aus einem roten Buch mit vielen Tieren. Knuffigen Tieren. Aber… Naja… Ich komm nicht auf den Titel. Ich wäre fast versucht zu sagen, dass es das war, aber ich könnt‘ schwören, das war rot gewesen. Ich muss da bei Gelegenheit mal nachfragen. Hm. Vielleicht weiß die Schwester das auch? *fragendguck*

Usbekische VolksmärchenSolange wir da aber noch im Nebel tappen… nehm‘ ich halt das hier…
Auch schön erinnerungsbehaftet 🙂 und ich weiß nicht wie lange schon über viele Umzüge hinweg treuer Insasse meines Bücherregals.
Immer wenn der Blick darauf fällt hab ich den zweitliebsten Schwiegersohn meines Opas vor Augen und mittlerweile ein wehmütiges Lächeln im Gesicht. Oh, und die russische Brieffreundin des zweitliebsten Schwiegersohns namens Irina, wie sie mit ihrer Mutter Tamara bei uns zu Besuch war. Ich weiß gar nicht, ob sie es auch war, die dieses Buch in unsere Bibliothek gebracht hat. Es könnte gut möglich sein, weil gedruckt wurde es in der damals noch UdSSR.
Zu finden sind darin… welch Überraschung… Märchen. Zugegeben, nicht besonders gute. Oft die klassischen 3-Söhne-alles-wird-gut-Geschichten, aber auch viele alte arme Männer, die Reisig sammeln und denen dabei etwas gutes geschieht. Meist sind sie etwas ungeschickt aufgelöst. Aber der Geruch… und die drei Gesichter, die es herbeizaubert, wenn ich es sehe, lassen es mich einfach nicht übers Herz bringen, es aus meinem Bücherregal zu verbannen. Und so wird es wohl auch nach dem irgendwann stattfindenden nächsten Umzug wieder darin zu finden sein…

Verflixtes Gedankenlabyrinth

Von „Jetzt noch schnell die Suppe basteln“ auf „Komm, wir basteln eine Suppe…“ kommend (das war vor ca. 30 Minuten) zum Ohrwurm „Komm, wir malen eine Sonne“ gelangend (leider gibt’s den nur als Link) das Foto einfallend…

Komm, ich mal dir eine Sonne...

Es war der dritte Tag einer insgesamt 10tägigen Autotour durch Italien, die mittlerweile auch schon wieder neun Jahre zurückliegt. Nachdem uns nach der dritten Nacht (wir residierten gerade in Pisa) unser Zelt schon wieder durchgeweicht war, saß ich am Boden zerstört im Auto, die Luftmatratze zum Trocknen quer durchs Auto irgendwie auf mir, und beschloss zu schmollen… „Ich will jetzt Sonne!“ Meine Reisebegleitung griff nach dem Block im Handschuhfach, malte die Sonne auf, klebte sie mir vors Gesicht und meinte ganz trocken: „So, da haste Sonne!“ – Schmollen ging dann natürlich nicht mehr. Ich grinste. Wir fuhren wie geplant zum schiefen Turm und ab da hatten wir für den Rest der Reise keinen Regen mehr. 🙂

Immer wieder faszinierend, was so ein einzelner Gedanke alles auslösen kann… Die Suppe ist natürlich noch nicht gebastelt. Werde ich dann also mal machen… ♪♪♫♪♫…Komm, wir malen eine Sonne auf den grauen Pflasterstein… *sing*

Shakin‘ hands with Ken

Wat flogen sie vorüber, die zwei Stunden – mit Ken…

Wie auch immer er es geschafft hatte, der liebste aller Lieblingskollegen… am 17. November sollte er tatsächlich da sein – der Ken. (Ich gebe an dieser Stelle zu, dass ich noch bis zum 17. am Morgen damit gerechnet habe, dass ein Anruf kommt, der mitteilte „Ätsch, doch nich!“)
Bis zur Buchmesse war das Ereignis eins wie viele andere auch… Naja, der kommt da halt… Auf der Fahrt von der Messe dann, wurde mir, glaube ich, das erste Mal so richtig bewusst, dass da mir da ein ganz großer über den Weg laufen können könnte. Bis dahin, ging ich auch noch gar nicht davon aus, dass ich ihn auch wirklich sehe. Auch zwei Wochen vorher nicht. Der Besetzungsplan sah nämlich so aus, dass es nicht gehen könnte und ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, dass dieses Ereignis ohne mich stattfinden würde. Erst der liebste aller Lieblingskollegen stupste mich auf die Idee der Umbesetzung, die alles zum Funktionieren bringen könnte. Und tatsächlich klappte es. Mein Sehen von Ken war also gesichert.

Wie auch immer es dann wiederum geschah, was dann geschah… am 17. November sollte ich mit zum kurzen Vorherplausch – mit Ken. (Auch hier rechnete ich ja bis zum 17. am Morgen wiederum mit einem Anruf, der mitteilte „Ätsch, doch nich!“)
Bis ich das jemandem erzählte war das Ereignis wieder eins wie viele andere auch – nur, dass ich mich vor der Qualität meines Englischs fürchtete (und die alte Angst, kein Wort rauszubekommen, weil da in der Runde jemand viel besseres können könnte als ich). Mein „OMG, OMG, OMG“, dass in meinem Kopf rumschwirrte, hatte bis dahin völlig verdrängt, was da eigentlich tatsächlich passieren können könnte. Erst ein kleines direkt gezwischtertes *kreisch* brummte mir mit aller Wucht auf, dass ich auf Ken Follett – DEN Ken Follett – treffen sollen sollte und zwar nicht mal einfach nur so kurz zum Buch hinlegen, rinschreiben lassen und dann wieder gehen.

Mit einer Punktlandung kamen der liebste Lieblingskollege und ich an. Nur zwei Minuten später und wir hätten unsere Chance vertan gehabt. Denn er kam überpünktlich an. So schlüpften wir noch schnell mit hinein zum kurzen Vorplausch – mit Ken. Der Kopf hatte den ganzen Vormittag Zeit gehabt sich verrückt zu machen. Und so war es ersteinmal ganz schön befremdlich IHM gegenüber zu stehen, IHM die Hand zu schütteln. Dat Hirn wollte sich auch noch nicht so richtig beruhigen als man mich plötzlich auch noch neben ihm platzierte. *urgs* Da saßen wa nun. Ich neben dem Mann, der genau so lange ein Bestsellerautor ist, wie ich lebe. *urgs* Mit Smalltalk kommt man da sicher weiter. Und *uff* das Eis war gebrochen. Seine unglaublich knuffige Übersetzerin sorgte dafür, dass der kurze Vorplausch wie im Flug verging (und stahl ihm an mancher Stelle mit ihrem verschmitzten Lächeln auch schon mal die Show 🙂 ). Auf dem Weg zur Buchhandlung verpflichtete ich Ken Follett dann noch fix mir zu verraten, wie ich seinen aufgenommenen Song im Internet finden könne – doch dann ging schon die Arbeit los. Sowohl für ihn (man, kann der Autogramme geben… Beim Anblick der Schlange vor und im Laden ging ich echt davon aus, dass der letzte in dieser Schlange leer ausgehen würde) als auch für mich (ich hatte mir an diesem Tag als Webmaster noch auf die Fahnen geschrieben die Live-Berichterstattung vorzunehmen und ordentlich Fotos für die Nach-Berichterstattung zu sammeln).

Diese zweite Stunde war eine recht merkwürdige… Nach tatsächlich knapp 30 Minuten waren die Menschenmassen fast verschwunden. Nach diesen tatsächlich knapp 30 Minten dachte ich, es wäre schon zwei Stunden später. Da war innerhalb kurzer Zeit so viel passiert. So viele strahlende Gesichter zogen an mir vorüber. So viele Blitze blitzten über den Signiertisch. So viel Stimmengewirr zog durch den Laden. Wahnsinn.
Abends, beim Bilder durchforsten, blieb ich immer wieder an einem hängen, das die Masse an Passiertem in einem winzigen Moment festhielt.

Mein allerliebstes Foto von diesem Nachmittag… Wie sie sich anstrahlen, die beiden alten Männer… So rasch ging der Moment vorbei und trotzdem haben die beiden sich während dieses Blicks vermutlich unglaublich viel erzählt 🙂
Die zwei alten Männer und das Buch

Beim Rauslaufen erinnerte ich Mr. Follett noch einmal an sein Versprechen und somit hielt ich dann auch alle Angaben für einen neuen tollen (noch viel tolleren als ich es zu dem Zeitpunkt auch nur ahnte) Musikfund in den Händen. Dazu aber zu gegebener Zeit noch einmal mehr 🙂

Dann blieb nur noch ein schnelles verabschiedendes Händeschütteln und der Kreis schloss sich. Die Autotür auch. Weg war er wieder und der Kopf fragte sich, war das jetzt gerade eben alles wirklich real gewesen?

Das ein oder andere wird ähnlich wie bei meinem großen Sprung vor ein paar Monaten noch ein wenig brauchen und vor allem immer wieder zu den unmöglichsten Gelegenheiten durch eine winzigkleine Kleinigkeit wieder hervorgeholt werden und ein breites Grinsen auf mein Gesicht zaubern. Ähnlich wie beim großen Sprung dachte ich übrigens auch hier wieder:

Noch mal! Noch mal! 🙂