Völlig unterschätzt: Die Quitten vor meinem Haus!

Sie wohnt da ja schon länger. Die Quitte. Vor meinem Haus. Jetzt nicht so unmittelbar, wie sie das seit diesem Sommer tut, doch aber schon immer in Sichtweite. Sie zu ernten war bisher aber irgendwie immer verschoben worden. Was, glaube ich, daran lag, dass ich so viele „Horrorgeschichten“ bezüglich der Verarbeitung zu hören bekam.

Der Zufall wollte, dass ich just an dem Wochenende, an dem die Quittenerntezeit da war, von einer Freundin einen Entsafter förmlich in die Hand gedrückt bekommen hab und nun in meinem Keller zwischenlagern darf. Da gab’s dann fast keine Ausrede mehr, um mich an genau jenem freien Montag der Quittenernte hinzugeben. Genau richtig, wie ich zwei Stunden später feststellen durfte, denn ein Nachbar hatte an diesem Tag scheinbar genau die gleiche Idee und räumte den gesamten Quittenrest vom Baum. Ich hätte tatsächlich nix mehr abbekommen, hätte ich mich dem Schweinehund hingegeben, der da vor sich hinjammerte, ich könne ja auch am nächsten freien Montag ernten und dann mit der Verarbeitung loslegen…

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Gut also nicht auf den Schweinehund gehört zu haben. Denn ich hätte ja gigantische Geschmackserlebnisse verpasst. Denn folgendes wurde gebastelt:

  1. Quitten-Walnusskrokant-Geleee mit Vanille
  2. Eine sehr leckere Angelegenheit (sagt die, die so Süßkramgedöns aufs Brot nicht sonderlich mag!) und mit dem Krokant (von dem da im Grunde genommen noch viel, viel mehr drin sein könnte) ein Gedicht. 🙂

    Der Einkaufszettel:
    1 l Quittensaft
    1 kg Gelierzucker 1:1
    100 g ganze Walnusskerne
    2 EL braunen Zucker
    1 Vanilleschote
    Die Zubereitung:
    1) Krokant: Den Zucker in einer Pfanne schmelzen lassen, die gehackten Nüsse dazugeben, hell karamellisieren lassen, auf geölter Alufolie auskühlen lassen und später in kleine Stücke hacken.

    2) Vanilleschote: Vanilleschote auskratzen, Schote zerkleinern, das Mark aufbewahren.

    3) Gelee: Den Saft und den Gelierzucker verrühren, aufkochen und ca. 3-5 Minuten sprudeln kochen lassen, Gelierprobe machen, erst dann das Vanillemark und den Krokant unterrühren. Vanillestange in die Gläser verteilen, Gelee heiß in die Gläser füllen. Die Gläser mit dem Deckel verschließen, kurz auf den Kopf stellen, wieder umdrehen und kalt werden lassen.

  3. Quittenvanilleingwersirup
  4. Die Geschmacksüberraschung überhaupt. Wahnsinn! Lecker! Ich hab viel zu wenig gemacht!1elf
    Hilft übrigens ganz hervorragend während doofer Erkältungen im heißen Wasser verrührt. Omnommjom!

    Der Einkaufszettel:
    500 ml Quittensaft
    500 g Zucker
    1 Stück Ingwer (ca. 1 cm)
    Vanille (da habe ich Vanillearoma genommen – und davon dann 1 TL)
    Die Zubereitung:
    1) Den Quittensaft mit dem Zucker und geschälten Ingwer in einen Topf geben und aufkochen lassen.

    2) Das ganze ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis der Saft so richtig schön sirupartig daherkommt.

    3) Mit Vanille abschmecken und schließlich den Ingwer entfernen.

    4) In sterilisierte Flaschen abfüllen.

  5. Quittenbonbons
  6. Also das… das hat ja nicht so geklappt… Aber meine Kaubonbons sind dann doch sehr lecker geworden. Lutschbonbons wären mir allerdings lieber gewesen. Ich glaube ja, dass das daran lag, dass ich mit dem kalten Saft hantiert habe. Vielleicht versuch ich’s im nächsten Jahr noch mal und mache dann den Saft vorher noch einmal warm…

    Wer selber probieren mag, findet das Rezept drüben beim Chefkoch.

  7. Quittenlikör
  8. Last but not least: Der Likör. So was bastel ich ja sehr gerne… weil so schön unkompliziert. Und juhuuu… heute ist dann tatsächlich auch der Tag, an dem ich ihn auch gleich noch ernten konnte, mein Likörchen. Nach dem ersten Schlürfen steht fest: Da hätte ich auch ein wenig mehr von machen können, um noch das ein oder andere Geschenk fabrizieren zu können. Nun ja… nächstes Jahr kommen die Quitten ja bestimmt wieder auf den Baum. 🙂

    Rezept zum Nachbasteln hält auch hier wieder der Chefkoch bereit.

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5 Antworten zu “Völlig unterschätzt: Die Quitten vor meinem Haus!

  1. Katja 10/12/2013 um 16:35

    Aaah. Das mit dem Sirup bei Erkältung lese ich ja jetzt erst! Ich hab ihn bisher noch nicht angetastet, weil ich ja gar nix schmecken kann und da war er mir zu schade für. Die Bonbons sind allerdings schon probiert für toll befunden!

    Und ich bin gerade ganz froh drum, dass ich mich dieses Jahr nicht mehr aufraffen konnte, nach Quitten zu suchen, weil so hab ich für nächstes (oder ein späteres) Jahr immerhin schon getestete Rezepte! 🙂

  2. Corina 10/12/2013 um 21:36

    Oh neeeiiiin. Schmeckt aber natürlich auch hinterher um so mehr! Musste auf jeden Fall in warm versuchen!

    Ich war auch ganz froh, dass du dich nicht aufraffen konntest… so konnte ich dir die volle Palette zukommen lassen. 😀

  3. Katja 13/12/2013 um 10:57

    Ich wäre, selbst wenn ich mich aufgerafft hätte, vermutlich nie auf die Idee gekommen, damit so vielfältig rumzuprobieren und hätte wohl nur Gelee gekocht. Von daher stelle ich mich natürlich immens gerne als Testerin zur Verfügung! *hüstel* :mrgreen: *knuffzi*

  4. Corina 13/12/2013 um 21:04

    Soooo viel Gelee hätte ich vermutlich gar nicht erfolgreich verschenkt bekommen… Also musste es da auf jeden Fall noch was anderes geben. 🙂

    Ich bin immer wieder froh, dass du das alles so völlig selbstlos über dich ergehen lässt. :mrgreen: *ärmeli*

    • Katja 19/12/2013 um 21:57

      Das würde ich natürlich bei niemandem sonst so auf mich nehmen! Aber für dich – ist doch (überaus leckere :D) Ehrensache! :mrgreen:

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