Gedankengeschnetzeltes #12 oder: An Schlafen ist heute vermutlich sowieso nicht zu denken…

…da kann ich auch einfach losschreiben und den ersten Schritt aus der Schreibversenkung wagen.

Denn morgen wird so was von Schattengehopst: Da wird die Kündigung abgegeben. Boah! Wat’n Schiss, den ich habe… und dabei müsste ich überhaupt gar nicht. Denn ich will ja da fort. Und das nicht erst seit gestern. Das ist ja nun tatsächlich auch schon wieder fast ein Jahr her. Herje, wie lange man so einen Mist mitmachen kann. Puh.

Faszinierend ist ja… dass das, was ich vor fast einem Jahr schrieb, hier schon wieder gilt:

…wie lange ich so einen Mist immer nur mit mir selber ausmache bzw. wie ich das, wenn mich denn jemand darauf anspricht, wunderbar vor mir herschieben kann – und dann vermutlich den ein oder anderen mit meinen dann nach außen wirkenden urplötzlichen Entscheidungen überrumpele.

Okay, da drüben bei Twitter, da plautze ich dann doch ab und an mal mit irgendwelchen Andeutungen raus… aber so richtig wirklich, passiert das meiste doch in mir und mit mir selbst.

So auch die paar Schritte zu morgen… Im Oktober ging’s los. Da plauderten der Lieblings-Ex-Kollesche und ich über vergangene Zeiten… und dass es doch schön war, gemeinsam im Team… und dass es doch schön wär, wieder gemeinsam im Team… und dass er ja schon noch jemanden brauchen könnte. Ein paar Tage später stand er dann plötzlich in dem Laden, in dem ich mein Dasein friste(te), sah das ganze Elend und meinte nur: „Ich hol dich hier raus!“, was ich mit einem „Oh bitte!“ quittierte. So wurde das Gedankenkarussell angeschmissen. Vor- und Nachteile abgewägt und Vorfreude geschürt. Wieder ein paar Wochen später dann ein Treffen, dass quasi synchron mit den Fragen begann „Du, wie ernst war denn eigentlich dein ‚Ich hol dich hier raus!‘?“ und „Du, wie ernst war denn eigentlich dein ‚Oh bitte!‘?“ 🙂 Danach ging’s ja dann doch recht flott. Gespräche wurden geführt, Abmachungen getroffen, Vorschläge unterbreitet und Zusagen hin- und hergemailt.

Und so wird es morgen soweit sein… Die Kündigung wird abgegeben und zwei Menschen werden sowas von vor den Kopf gestoßen sein, weil die das ganze Drama vermutlich nicht haben kommen sehen, weil mögliche Unannehmlichkeiten werden da lieber mal ignoriert. Dann gibt’s die auch nicht. So einfach ist’s. Was aber ja eigentlich überhaupt gar nicht mein Problem sein sollte. Genau so wenig wie die in meinem Vertrag verankerte Mindestkündigungsfrist, die – wenn man die richtig ausreizt – mal eben zu einem Engpass führt. Letztere lässt nun aber seit Tagen mein schlechtes Gewissen so was von in die Höhe schnellen. Nicht den zwei Menschen gegenüber sondern eher den anderen Kolleschen gegenüber, die die miese Laune und Willkür der zwei Menschen dann auszubaden haben. Ich komm‘ dabei dann ja verhältnismäßig gut bei weg, denn ich bin in 40 Tagen / 26 Arbeitstagen weg und darf die neue Stelle antreten…

…die neue Stelle zurück im Buchhandel. Zurück beim alten Arbeitgeber. Die neue Stelle, die für meine Begriffe sogar verhältnismäßig lange gesichert ist. Die neue Stelle, die schließlich auch endlich eine (abschließende??) Auseinandersetzung mit der Frage unumgänglich werden lässt, was denn mit der Kleinen Idee ist? Was mit all den kleinen Ideenkumpeln passiert?

Nachdem im Juli die Übernahmeverhandlungen ins Stocken gerieten bzw. nach heutiger Sicht zum Stillstand gelangten und seitdem von meiner als auch von der anderen Seite nicht mehr aufgenommen wurden, wurde die Kleine Idee sehr leise. Sie wuselte schon immer noch still und heimlich vor sich hin und wedelte ab und an mit dem Zettel und dem Stift vor meiner Nase, damit ich einen neuen kleinen Ideenkumpel gebären könnte, aber die Luft war raus. Hinzu kamen Entwicklungen in der Stadt, die das ganze Projekt arg ins Wanken brachten. Daraus resultierte die unterschwellig sich festsetzende Erkenntnis, dass ich einfach mal keinen finanziellen Hintergrund habe, der irgendwelche Luxusexperimente erlauben würde – vielleicht auch die Erkenntnis, dass ich nicht genug Vertrauen in mich UND die Branche habe, um dieses Luxusexperiment zu wuppen.

Der Gedanke, die Kleine Idee zu Grabe zu tragen, war kein schöner, aber doch einer, der immer wieder hochkam und mich statt dessen auf den anderen „Ausweg“ mit dem Fernlehrgang zu konzentrieren. Nachdem schließlich vor neun Tagen eine erste Zusage für die neue Stelle eintrudelte (der Skeptikhorst ist da ja noch sehr skeptisch gewesen), wuselte da plötzlich wieder eine Kleine Idee wie verrückt los und meinte, ich könne all die vielen, vielen Sachen, die wir uns in den letzten ungefähr 18 Monaten so ausgedacht haben, unbedingt und dringend auch bei der neuen Stelle mit einbringen und sie selbst könne weiterhin mit ihren Kumpels fröhlich vor sich hinwuseln und neue Sachen aushecken. An dieser Idee arbeiten die Kleene und icke dann also in den nächsten Wochen. Wir werden in den Lesewelten ein wenig aufräumen und schauen, wie wir weitermachen können und aus der Kleenen dann möglicherweise eine andere groß werden lassen. 🙂 Dick genug ist der Ordner in jedem Fall.

Diesen Gedanken fest gehalten, werde ich mich nun ins Traumland begeben und mich für den großen Übergabemoment wappnen. (Wird ja bestimmt und hoffentlich und sowieso halb so schlimm wie jetzt vermutet!1elf)

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4 Antworten zu “Gedankengeschnetzeltes #12 oder: An Schlafen ist heute vermutlich sowieso nicht zu denken…

  1. Katja 22/11/2013 um 11:55

    Ach wie schön, dass du der Langeweile endlich entkommen kannst! Ich drück dich – und dir feste die Daumen, dass die Übergabe heute ein Kinderspiel war und überhaupt die letzten Tage fix rumgehen und du dann bald wieder zwischen Büchern rumwuseln kannst!

    • Corina 22/11/2013 um 20:55

      Hach, danke. Das „Gespräch“ heute verlief völlig anders als erwartet… aber die große Erleichterung kam nicht. Nun hänge ich irgendwie total in der Luft… Alles wird sich einrenken… irgendwie. 🙂

      Ich glaub, ich hab die Befürchtung, dass da bestimmt noch irgendwas schief gehen kann… Kieken wa mal, was morgen so läuft.

      • Katja 26/11/2013 um 15:25

        Ich hoffe, dass es auch am nächsten Tag nicht schief lief und sich mittlerweile geklärt hat, was noch hätte schief gehen können! Drück dich! 🙂

  2. Pingback: Gedankengeschnetzeltes #13 oder: offiziell | Lebenzeichnendes

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