Odyssee im Schwarzwald

Ich muss ja sagen… ich bin schon so ein kleines Urlaubswetterglückskind in diesem Jahr [auf sämtliche Holzgegenstände der Wohnung kloppend]! Und um das auch zu nutzen, kramte ich mal den neuen Wanderführer heraus und schaute nach einer geeigneten Tour, um noch mehr Gegend hier kennenzulernen. Eine kleine, gemütliche Tour sollt’s werden. Was rasches und nicht allzu entferntes, um den Nachmittag noch lesend in der Sonne verbringen zu können. „Ins liebliche Groppertal“ klang doch ganz danach. Gedacht und los.

Nachdem der Einstieg gefunden war, konnte es losgehen. Gemütlich an der kleinen Brigach entlang, immer der Nase dem Wanderführer nach. (Ein bisschen doof war, dass die Brigach entlang der großen Straße floss, nix mit gemütlichem Vogellauschen… dafür aber -beobachten…) Das erste Ziel war die Romäusquelle. Viel knuffiger war allerdings der lustige Geselle am Wegesrand. Wer das ist und warum der da gleich neben der Quelle steht? Keine Ahnung. Schön anzusehen ist er. Und wenn man dann auch gerade noch des Abends ständig in die Welt von Zamonien eintaucht, dann möchte man meinen, man stehe am Eingang zu den Buchheimer Katakomben 😉
Vorbei an verwurzelten Abhängen geht es immer weiter weg von der großen Straße und so langsam wird es ruhiger. Der Wanderführer tut seinen Dienst und die Beschilderungen am Wegesrand sind tatsächlich sehr sympathisch (zumindest wenn man von der richtigen Seite kommt und sie auch sieht…) und wenn man dem Wanderführer auch tatsächlich Wort für Wort folgt, dann ist es auch gar nicht so schwer die Ruine Kirneck zu finden und nicht drei Anläufe dafür zu brauchen. Ungeduldiges Etwas, ich. Man sollte ja auch meinen, dass man so eine Ruine nicht übersehen könnte.

 
So war’s schließlich auch und ich konnte durch die 800 Jahre alten Steine schlendern und die Sonne genießen. Nachdem ich den Hauch der Geschichte in mich aufgenommen hatte, ging’s weiter in Richtung Wildgehege. Platziert mir ein Wildgehege vor die Nase und ein Grinsen ist euch gewiss. Nicht ganz so scheu, wie beim Wildgehege um die Wohnungsecke, aber mindestens genauso schön, schauten sie aus die Rehe. Hach.
Weiter ging es… vorbei an jeder Menge Schwarzwaldbauernhöfe mit so typischen Ansichten, wundervollen Gärten (bei denen ich mich ja immer frage, wann haben die Menschen bei all ihren tagtäglichen Bauernhofarbeiten immer noch Zeit dafür?) und ein paar bimmelnden Kühen (selbstverständlich nicht ohne Erinnerungen hervorzurufen…).


 
Doch dann… dann stand dieses Schild da, aber nicht mehr die Brücke, über die ich musste, um zu dem Gasthof zu gelangen, der doch mein Eis, von dem ich seit ein paar Kilometern träumte, haben sollte 😦 Da stand ich nun. Ganz schön grummelnd… Weil weiter vorn hätte man schon mal über’ne Brücke gehen können… da hätte man ja als Gasthof mal’n Schild aufstellen können. Aber ach… die kommenden Kilometer sollte ich noch mehr umsatzfördernde Strategien für diesen Gasthof ausgrübeln sollen… Wer nicht will, braucht offensichtlich nicht.
In meiner Abneigung gegen gleiche Wege zurück zu laufen, beschloss ich also mir einen neuen Weg zu suchen… [Memo an mich: Das nächste mal zum Wanderführer auch’ne Wanderkarte einpacken.] …und verlief mich erstmal ordentlich. Nach endlosen Forstwegen – natürlich ohne Beschilderungen – traf ich endlich wieder auf die mir vertraute Raute. Aber noch wollte ich mich nicht auf meinen alten Weg zurückbegeben… was gut war. Ich hätte mich an der Stelle nämlich für die komplett falsche Richtung entschieden, wie sich herausstellte, als ich irgendwann endlich wieder auf einen der Höfe stieß und endlich mal fragte, wo ich eigentlich bin.
Wieder auf den richtigen Weg gebracht, ging es mit neuem Elan weiter und schließlich (wenigstens aus einer anderen Richtung kommend) noch einmal am Wildgehege vorbei inkl. Reh direkt vor der Nase. Schön.
Von abenteuerlichen neuen Wegen hatte ich dann aber erst einmal genug und begab mich auf bekannter Route wieder zum Ausgangspunkt zurück. Mit Halt an einem mehr als 200 Jahre alten Baumriesen, an dem ich auf dem Hinweg einfach vorbeigerannt bin. Ts.

Schließlich am Auto wieder angekommen, war ich ganz schön froh. Aus meiner kleinen, schnellen Runde ist dann doch was größeres geworden. Die Tour war ganz nett, die Nähe zur Straße aber schon ein wenig nervig. Gibt bestimmt noch andere, schönere Rundrouten hier in der Umgebung. 🙂

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4 Antworten zu “Odyssee im Schwarzwald

  1. sucherin 17/09/2011 um 18:21

    Danke für die interessante Beschreibung. Ich war auch schon oft im Schwarzwald wandern. Diese Gegend kenne ich noch nicht. Dein Bericht macht aber Lust. LG

  2. Corina 18/09/2011 um 11:31

    Danke fürs Lesen 🙂 Da das hier die letzten Ausläufer des Schwarzwalds sind, sind zumindest die in Wanderführern vorgeschlagenen Touren recht spärlich gesät. Man muss eigentlich schon immer’n bisschen fahren, um die schönen, ruhigen Routen zu erwischen. Obwohl von der Haustür ins Blaue loslaufend eigentlich immer ein Hach-Erlebnis ist. 😀

  3. Katja 18/09/2011 um 14:28

    Danke für’s Mitnehmen! Mönsch, mir tun ja die Füße alleine vom Lesen weh. 😀 Wie weit biste denn da gelaufen? Das Bild mit der Routenkarte wird leider nicht angezeigt.

    Das mit den Gärten frage ich mich auch immer. Wie die Bauern die Zeit dafür finden. Gibt’s hier auch einige sehr tolle bei den ausserhalb liegenden Höfen.

    Haste dir denn wenigstens später noch irgendwo in Eis gegönnt? Verdient haste dir das ja auf jeden Fall. 🙂

  4. Corina 18/09/2011 um 15:05

    Gerne 😀 Soooo viel war’s ja gar nicht. „Nur“ 15 Kilometer. Aber auf die waren meine Füße auch nicht eingestellt und ham dann irgendwann auch ganz schön rumgejammert 😉 (Die Routenkarte hat sich mit Händen und Füßen gewehrt, aber nun sind wir uns einig, dass sie sich zeigt…)

    Wahnsinn – mit den Gärten. Da ist auch immer einer schöner als der andere. Und ich fühl mich mit meiner Miniterrasse schon manchmal überfordert…

    Eis gab’s keins mehr. Für den anderen Gasthof, zu dem ich auf meinem Rückweg noch hätte abbiegen können, hatte ich dann keinen Laufelan mehr. Dafür gab’s dann aber noch jener Belohnungskaffeeeinsatz 😀

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