Im Käserausch…

Der zweite Arbeitstag startet entspannt. Immerhin weiß ich ja jetzt, was mich erwartet und muss mich nicht mehr ganz so rockzipfelnd durch die Käserei bewegen. Los geht’s mit dem Käse, der unbedingt aus der Presse will. Das durfte ich gestern ja schon mal machen und so geht’s zwar immer noch langsam, aber eben doch schon ein wenig routinierter von statten. Vom angehenden Lehrling Arian gibt’s für mich Lehrling auf Zeit immer mal wieder praktische Tipps, die das Käserleben leichter machen; der große Käsemeister Robert versucht sich indes geduldig mich ein wenig in die Theorie der Käseherstellung einzuweihen (zumindest für den Moment habe ich dann auch den Hauch einer Ahnung…). Letzerer ist es dann auch, der schon mal den Joghurt vorbereitet, so dass ich später auch noch verschiedene Sorten gemeinsam mit Arian abfüllen kann. Und zwischendurch immer wieder staunen, in dem Wirrwarr an Rohren ein System zu erkennen, um Lastenaufzüge feilschen (der abgefüllte Joghurt mag schließlich auch mal den Keller sehen, bevor er in den Kühlschrank kommt), oh und putzen… Immer wieder putzen!
Die Zeit vergeht wie im Flut und der Feierabend somit vor der Tür. Ein letztes Mal noch die Presse bedienen und alles gereinigt und schon heißt es Abschied nehmen (zumindest vorerst… am Samstag darf ich ja noch mal vorbeischauen), um zur nächsten Etappe des großen Traumjobabenteuers zu eilen. Das dann tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes, weil ich mich dann doch ein wenig mit den Jungs festgequatscht hatte. Dennoch treffe ich fast pünktlich am verabredeten Treffpunkt ein, um gemeinsam mit Andreas, dem Präsidenten der Alpkooperation Nandro, den Weg zur Alp Naladas anzutreten. Eine recht gemütliche Wanderung steht mir bevor und Andreas lässt sich von mir über das Leben auf der Alp ausquetschen. Mit einem kurzen Abstecher zur Kälberalp und zum benachbarten Gipfel des -verflixt, wie hieß der jetzt doch gleich- geht’s endlich zu meinem nächsten Arbeitsplatz, an dem ich mich schon mal für den nächsten Tag einweisen lassen darf… dem Kühemelken… Wuaaah… Sind die groß und breit. Aber so hinter Gittern geht’s 🙂

Nachdem auch die letzte der 109 Kühe (Nr. 65 oder halt Sereina sogar schon durch mich…) brav ihre Milch abgegeben hat, gilt es noch rasch aufzuräumen, bevor der Älplerfeierabend eingeleitet werden kann. Und auch hier werde ich wieder herzlich in Empfang genommen und all meine Fragen über eine bis dato völlig unbekannte Welt werden ohne zu Murren beantwortet. So langsam merkt mein Körper die körperliche Arbeit und den Aufenthalt in freier Wildbahn und so habe ich gegen ein zeitiges zu Bett gehen nichts einzuwenden. Der nächste Tag soll ja auch schon wieder um 3 Uhr begonnen werden. Dann wollen zumindest Monika und Stephan aufstehen, um die Kühe einzutreiben, damit gegen 4 Uhr auch mit dem Melken begonnen werden kann. Puh. Ob ich da schon aus dem Bett komme…

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6 Antworten zu “Im Käserausch…

  1. Katja 06/07/2011 um 15:20

    Was für ’ne Art Käse wird denn daraus oder sind das unterschiedliche?
    Ganz schön groß sind die auf jeden Fall.

    Sehr malerisch das alles. Tragen die Kühe wirklich alle Glocken um den Hals oder ist das was anderes auf dem Bild?

    Viel Spaß morgen beim Melken! (Das hab ich in der Tat als Kind schonmal gemacht bei den Nachbarn, die noch Landwirtschaft hatten.)
    Lass dich nicht von Kuhschwänzen verprügeln. 😀

    • Corina 10/07/2011 um 23:08

      Also aus einem Pressvorgang kommen 84x die gleiche Käsesorte raus. Aber ansonsten gibt’s da immer wieder unterschiedlichen Käse. Was da gerade drin war, als das Foto entstand, weiß ich gar nicht mehr. Weil im Grunde genommen sehen die tatsächlich ersteinmal alle gleich aus. Die bekommen dann zwar alle einen unterschiedlichen Kleber draufgebäppelt, aber das hatte ich nicht die Bohne kapiert… Musste ja Käsereigucken 🙂

      Die Kühe auf der Alp hatten bzw. haben alle’ne Glocke um den Hals. Wenn’se unten im Tal im Stall sind im Winter, dann haben’se keine um. Weil dann muss man die ja nicht wiederfinden können. Die haben echt ganz schön viel Freiraum da oben zum rumlaufen… und dann is wohl nich verkehrt, wenn man die hört, wenn’s um eintreiben geht.

      Spaß hatte ich in der Tat beim Melken… aber war ja nix mit per Hand (bloß gut, ich glaub, das wären wohl keine glücklichen Kühe mehr nach der Begegnung mit mir…). Die Kuhschwänze hat der Melkstand zurückgehalten… oder die haben dann doch nich geschlagen 🙂

      • Katja 11/07/2011 um 15:33

        Diese Bergweiden sind tatsächlich nicht eingezäunt? Ich hätte angenommen, dass das eher so die Filmromantik ist, wie man sich das vorstellt. Dann ist das mit den Glocken natürlich klar und das Eintreiben sicherlich ’ne spannende Sache! 🙂

      • Corina 11/07/2011 um 21:19

        Oh doch, die sind natürlich eingezäunt. Sonst könnten die ja so richtig weit wech. Aber die sind sehr großzügig eingezäunt. Also eher so, dass die nicht über die Wanderwege latschen können (außer, wenn’se zu ihrer Weide vom Stall aus laufen). Und dann kann das schon mal sein, dass die sich in’nem Wäldchen verstecken können…
        Eintreiben soll wohl gehen, da die das Bedürfnis haben so einigermaßen beieinander zu bleiben… Da hab ich aber ja noch gedöst gehabt.

  2. ruediger 07/07/2011 um 21:37

    Das erste Bild strahlt etwas tolles aus.

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