Hätte, wäre, wenn…

7.04 Uhr – erschrockenes Hochfahren aus dem Schlaf… Mist. Verschlafen. Blick auf den Wecker… Oh, noch ganze 1 1/2 Stunden entspannt dösen.

7.06 Uhr – Das Telefon klingelt… Der Name der Kolleschin im Display. Na, könnt ja was schlimmes passiert sein. Also:

Mürrisches Rangehen. „Oh. *kicher* Corina.“ Grummeln. „Bist du noch gar nicht wach? *kicher*“ Weiteres Grummeln… schließlich ist das mein freier Tag und warum zur Hölle kichert die die ganze Zeit. ‚Was is’n los?‘ „*kicher* Ach so. Ja. *kicher* Also gestern Abend um 11 hat xx ’ne SMS geschrieben.“ Langsam schlägt die mürrische Laune in unverhohlenen Hass über. ‚Mh. Und?‘ „*kicher* Sie hat’s mit’m Rücken. Sie muss erst mal um 8 Uhr zum Arzt, heute.“ Innerliches Stöhnen. ‚Und warum hast du da nich gestern Abend schon angerufen?‘ „Ach, ich dachte, du schläfst schon. *kicher*“ Grmpf. Das Gedankenkarussel fängt sich nun an auf Hochtouren zu drehen… Der gedankliche Griff durch den Telefonhörer, um sie zu schütteln ist getan… und innerlich schimpf ich wie ein Rohrspatz, dass wir uns jetzt seit fast fünf Jahren kennen, wir soooooo oft darüber geredet haben, dass ich nicht vor 12 Uhr ins Bett gehe. Gleichzeitig gehen die Selbstvorwürfe los… Ausgerechnet gestern… ausgerechnet gestern, starte ich um kurz vor 12 eine spontane Telefonsession… ausgerechnet gestern versacke ich nach dem zweistündigen Telefonat noch mal vorm Rechner… ausgerechnet gestern (was ja schon längst heute war) lasse ich mich noch gemütlich von meinem Hörbuch in den Schlaf lullen… es bleibt bei einem laschen ‚Aber du weißt doch, dass ich immer spät ins Bett gehe.‘ weil, sie kann ja eigentlich nichts dafür. „Ja. *kicher* Aber ich dachte… Na, deswegen wollte ich dir jetzt auch nur Bescheid geben. Die xx geht ja erst noch zum Arzt und vielleicht ist es ja schon besser und kommt nachher.“ [Da ich an diesem Tag… meinem freien (!!) Tag ’nen Arzttermin habe, war die Lösung nun leider mal nicht mit einem ‚Ja gut, ich komm dann schnell rum und spring ein.‘ getan. Das Gedankenkarussell stieß dann jetzt also mal langsam den Organisationshorst in mir an.] ‚Ja, haste denn schon bei yy angerufen, die ja sowieso noch kommt.‘ „Nee, ich dachte, wir warten erstmal ab. Weil vielleicht kommt xx ja doch noch. Und ich wollt’se nicht wecken.“ WTF. UND WIESO ZUR HÖLLE RUFST DU MICH DANN AN? hätte ich jetzt gern in den Telefonhörer gebrüllt. ‚Und was soll ich da jetzt machen?‘ „Nichts, ich wollt nur, dass du Bescheid weißt. Du kannst ja dann jetzt erst mal noch mal schlafen gehen und wir telefonieren dann später noch mal“ … …

An Schlaf war natürlich nicht mehr zu denken… Dann ging das Kreiseln ja erst so richtig los. a) wollte mein noch schlafendes Hirn unbedingt verstehen, was das jetzt sollte und b) musste es ja noch eine Lösung für den Rest des Tages geben. Und vor allem hatte ich bei dieser Besetzung des Tages von Anfang an Bauchschmerzen und hader(t)e nun mit mir selbst, warum ich das überhaupt so eingetragen habe… Ich hätte so schön mich heute selbst eintragen können, um dann ein entspanntes langes Wochenende zu haben. Aber nein, ich wollte mal wieder nett sein und habe der mich anrufenden (!!!!!!!11elfhundertelf) Kolleschin das lange Wochenende überlassen. Ich, Obertrottel. *grummel*

b) wurde nun nach nochmaligen Telefonat(en) geklärt. a) hoffe ich nun nach dem Aufschreiben aufgeben zu können…

Ich geh dann mal zum Arzt.

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6 Antworten zu “Hätte, wäre, wenn…

  1. Schwester 11/03/2011 um 10:02

    Oje, böser Fehler! Ich kenne keinen größeren Morgenmuffel als dich *kicher*.
    Oh man, so hast du dir deinen Start in den freien Tag bestimmt nicht vorgestellt.
    Du hast mein Mitgefühl.
    Schöne Grüße auch an den Organisationshorst 🙂 *kicher*

    • Corina 11/03/2011 um 13:30

      Ach, so schlimm bin ich eigentlich mittlerweile gar nicht mehr. Glaub ich. Wenn ich vorher weiß, dass ich zeitig raus muss. Dann morgengrummle und trane ich bis zur Dusche vor mich hin – stört ja auch niemanden. Und danach kann ich dann durchaus auch elanvoll in den Tach gehen. 🙂

  2. Katja 11/03/2011 um 10:42

    Ufff. Respekt, dass du nur innerlich getobt hast. Ich bin ja an sich ein freundlicher Mensch, aber morgens vor ausreichend Kaffee haben’s selbst Freunde nicht leicht.
    Den Anruf der Kollegin, mit Kichern, ohne Entschuldigung, dass sie dich so früh am freien Tag belästigt und noch dazu mit dem Hinweis, dass sie die andere nicht wecken wollte, wirkt auf mich sehr daneben und respektlos.

    Ich hoffe, der Rest vom freien Tag wird erfreulicher! 🙂

    • Corina 11/03/2011 um 13:31

      Hach, ich bin mir in solch Situationen immer nicht sicher, ob ich toben darf… Also verbiet ich es mir, grummel in mich herein und starte dann das Gedankenkarussell… Und das ist erfahrungsgemäß immer sehr, sehr gefährlich. Für mich. Und für irgendeinen armen Tor, der das Pech hat, zugegen zu sein, wenn das Gedankenkarussell so richtig in Gang ist. Ich komm aus der Nummer immer nich so recht raus. Das Aufschreiben heute hat aber zumindest geholfen aufzuhören zu kreiseln. Das is nu also schon mal gut. 🙂

      Der Tag und ich, wir werden aber wohl trotzdem nicht so recht Freunde 😦

      • Katja 11/03/2011 um 22:45

        *nick* Wenn ich richtig wach bin, ist da bei mir auch diese Sicherung, die alles im Zaum hält und unterdrückt, was an ‚grummeln‘ (und co.) nach aussen dringen könnte. Allerdings funktioniert das gar nicht vorm ersten Kaffee. Wenn mir da jemand blöd kommt und mich zwingt, zusammenhängende Sätze zu formen (und auch noch sinnvoll zu denken), dann kann das schonmal rausbrechen. 🙄
        Das Gedankenkarussell – ist das eines, das gerne verstehen möchte, wieso jemand was auch immer gemacht hat? Weil das für dich so unverständlich ist?

        Und ja, Aufschreiben als Antrikreiselmittel kenne ich auch gut und habe es sehr zu schätzen gelernt. Schön, dass das funktioniert hat.

        Ich hoffe, der Tag war insgesamt weniger zum Grummeln als er anfing. Den schicken blauen Entschädigungshimmel hattest du ganz bestimmt verdient. 🙂

      • Corina 12/03/2011 um 10:27

        Das Gedankenkarussell ist meist ein Mix aus verstehen-wollen und darauf rumkauen, was eine angemessene Reaktion darauf ist bzw. dann später gewesen wäre. Der letztere Teil ist vielleicht dann das größere Übel in diesem Mix…

        Der Tag an sich war dann eigentlich ganz passabel – wenn auch recht unmotiviert, was mich dann schon wieder latent gewurmt hat… So nach dem Motto, warum konnte mich dieser Anruf jetzt so ausknocken, dass ich mir meinen Elan erst wieder zusammensammeln musste? Naja. Neuer Tag. Neues Glück. 🙂

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