Die Geschichte vom Keks

Ist ja wohl klar, dass ich Kekse will. Vor allem, wenn sie von Katja kommen! Pah. Wer etwas anderes erwartet hat, wird wohl noch keine von ihr gegessen haben – oder aber wird eh im Abo von ihr versorgt 🙂

Dass es hier bei der Bewerbung um den großen Kekstopf um eine Insidergeschichte geht, ist wohl selbstredend…

That’s the way the cookie crumbles!

Es war einmal ein kleiner Keks. Nennen wir ihn … Hubert.
Hubert also, der kleine Keks, wusste schon, da war er noch gar nicht richtig Keks, dass er eines Tages großes leisten würde. Dass er klein war, sollte dabei nicht stören. Doch die anderen Kekse … die machten sich natürlich über ihn lustig. Schon im Backofen. Wie er so da lag, der kleine Hubert. Andere kleine Kekse wären ob der Hänseleien noch im Backofen ausgerastet und hätten mit der gesamten Backblechsippe kurzen Prozess gemacht. Doch nicht Hubert. Der meditierte still leidend vor sich hin und wusste, er ist zu größerem bestimmt. Auch in der Keksdose hörten die Sticheleien der anderen Kekse nicht auf. Immer wieder musste er sich anhören, wie klein und mickrig er sei. Dass die Ärgerbolzen dabei immer weniger wurden, weil beim Blick in die Keksdose immer die großen zuerst genommen wurden, fiel ihnen gar nicht auf. Hubert allerdings schon. Er war hin- und hergerissen. Denn natürlich wusste er, dass er nur nicht aus der Dose gefischt wurde, weil er so klein war. Aber es erfüllte ihn auch mit Genugtuung einen Peiniger nach dem anderen aus seinem Umfeld entfernt zu wissen. Und überhaupt. Für ihn war ja großes bestimmt.

Eines Tages wurde auch er gefischt. Zusammen mit einer Auswahl anderer Kekse. Die ärgerten ihn zwar auch, aber nicht mehr so doll, wie die anderen viel größeren Kekse davor. Hubert war ganz aufgeregt. Was würde jetzt geschehen? Zusammen mit den anderen Keksen landete er in einer wunderschönen, ganz besonderen Keksdose. Während die anderen Kekse vor Angst bibberten, war Hubert ganz relaxed. Ihn konnte nach all den Sticheleien und Ärgereien nichts aus der Ruhe bringen. Freudig gespannt blickte er dem weiteren Verlauf entgegen. Auch als die übrigen Kekse vor Schreck aufschrien als die wunderschöne, ganz besondere Keksdose geschlossen und es stockfinster wurde, blieb er ruhig und entspannt. Vor ihnen lag nun eine Zeit der Ungewissheit. Es holperte ab und an. Es gab komisch ratschende Geräusche und plötzlich war es ganz still. Nach einer nicht wirklich zu definierenden Zeitspanne holperte es wieder. Es klang als würden Schlüssel in einem Schloss umgedreht und dann gab es plötzlich Geräusche, die hatte Hubert noch nie in seinem kurzen Keksleben zuvor gehört. Erst ein seltsames metallisches Knallen. Dann ein noch merkwürdigeres rumorendes Geräusch. Die wunderschöne, ganz besondere Keksdose schien zu vibieren. Hubert lauschte neugierig und versuchte den Geräuschen auf den Grund zu gehen… was nicht einfach war, denn die anderen Kekse waren der Panik nahe. Was geschah bloß mit ihnen?
Dann… plötzlich wieder ein seltsames metallisches Knallen. Ein Holpern. Und dann ein großes dumpfes Platsch. Die Panik in der Keksdose war fast perfekt. Hubert bemühte sich für Ruhe zu sorgen. Heulende Kekse links von ihm. Kreischende Kekse rechts von ihm. Die plötzlich wieder einsetzende Ruhe nach dem Platsch war da keine große Hilfe für ihn. Hubert hatte auf einen Schlag ganz viel neue Freunde. Doch Hubert war nicht dumm. Er wusste, dass ihn die anderen Kekse jetzt gerade nur mochten, weil er nicht anfällig für die Panik war. Nachdem sich alle Kekse so halbwegs wieder beruhigt hatten – bis auf die noch kleinere Keksdame direkt neben ihm, die mit dem Schluchzen einfach nicht aufhören konnte, egal was Hubert auch erzählte – ging das ganze Prozedere plötzlich wieder von vorn los. Ein Holpern. Ein unsanftes dumpfes Platschen. Dann der metallische Knall und wiederum das Vibrieren in der Keksdose. Und schließlich nach einer geraumen Zeitspanne wieder den metallischen Knall und einen großen Rums. Dem wohnte allerdings ein merkwürdiges Klirren bei. Die kleine Keksdame quiekte kurz auf und war dann ganz aufregt, weil sie plötzlich wieder etwas sehen konnte. Hubert rollte vorsichtig dem Licht entgegen. Die anderen Kekse waren ganz hingerissen von seinem Mut und wisperten ihm ängstlich zu, er solle vorsichtig sein. Hubert lächelte still vor sich hin und blickte sich neugierig um. Eine riesige Halle zeigte sich ihm. Abenteuerlustig kullerte er weiter in die Halle hinein und zwischen großen braunen Kästen hindurch. Da sah er einen kleinen süßen braunen Kasten, der ganz aufgeregt war und vor lauter Aufregung ganz hibbelig erzählte, was für eine Reise hinter ihm lag. Noch hibbelig und voller Stolz erzählte er den anderen großen – und auch kleinen – Kästen, was er noch für einen Weg vor sich hatte. Die großen Behälter hielten erfürchtig den Atem an. Hubert, der Neid und Anfeindungen auf 100 m erkennen konnte, hatte plötzlich Angst um den kleinen Kasten. Die großen Kästen aber waren, obwohl ganz neidisch wegen dem, was sie gerade hörten, fröhlich gestimmt dem kleinen Kasten gegenüber. Die anderen kleinen Kästen um den hibbeligen kleinen Behälter allerdings waren merkwürdig aggressiv. Es wisperte zwischen den aufgeregten Erzählungen, so dass Hubert kaum noch verstehen konnte, was der kleine Kasten über sich und seinen -wie nannte er es?- Inhalt erzählte. Vorsichtig fragte er bei einem der großen Kästen nach. Dieser wiederum erklärte ihm, dass dieser kleine Kasten, den er Päckchen nannte, Geschichten in sich hatte, die er zu einem ganz lieben Menschen bringen sollte. Hubert war fasziniert. Der große Kasten ebenso. Die kleinen Kästen allerdings, die wurden immer unheimlicher. Sie versuchten dem kleinen süßen braunen Kasten auf die Pelle zu rücken. Hubert konnte nicht so richtig erkennen, was vor sich ging. Doch der große braune Kasten, der ihm die Geschichte des kleinen süßen braunen Kastens erzählte, der sah, dass es allmählich eng wurde für den kleinen Kasten, den er Päckchen nannte. Gemeinsam mit Hubert versuchte er durch die kleinen Kästen durch zu kommen. Doch er war zu groß. Der kleine süße braune Kasten bekam nun langsam Angst als er endlich bemerkte, dass die kleinen braunen Kästen um ihn herum immer näher rückten. Hubert rollerte durch die kleinen Kästen hindurch. Die kleine Keksdame kreischte laut auf als sie das sah. Die kleinen Kästen lachten höhnisch. Plötzlich… durchströmte die Halle ein lautes knirschendes Geräusch. Alles hielt die Luft an. Die kleinen fiesen braunen Kästen hielen in ihren Bewegungen inne. Der kleine süße braune Kasten erstarrte in seinen Bewegungen. Einzig der große Kasten, der den kleinen süßen braunen Kasten Päckchen nannte, bahnte sich seinen Weg durch die kleinen braunen Kästen, um sich schützend vor das kleine Päckchen zu stellen. Als sich schließlich alle von dem markerschütternden Geräusch erholt hatten, blickten sie auf den Boden und erblickten dort eine krümelige Masse… In allerletzter Minute hatte Hubert sich vor das kleine süße Päckchen mit den Geschichten in sich gekullert und ihm und auch seinem Inhalt das Leben gerettet…

Am nächsten Tag sollte das kleine Päckchen in einer ganz wundervollen Umgebung abgegeben werden und seinen bezaubernden Inhalt präsentieren…

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3 Antworten zu “Die Geschichte vom Keks

  1. Katja 24/11/2010 um 09:45

    Hubert! *schnüff*

    Dieser kleine, mutige, tapfere, unerschrockene, abenteuerlustige und bestimmt auch sehr leckere Keks war in Wahrheit der Größte seiner Art! Und in den Krümeln konnte man vermutlich ganz deutlich sehen, dass er ein wahres Herz aus Schokolade hatte!
    Hachz!

    Doppelhachz!

    Dass in dieser Halle sowas passiert war, hattest du ja schon angedeutet, aber diese Details zeigen ja erst richtig, wie dramatisch die Geschichte war. *schwersoifz*

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