Shakin‘ hands with Ken

Wat flogen sie vorüber, die zwei Stunden – mit Ken…

Wie auch immer er es geschafft hatte, der liebste aller Lieblingskollegen… am 17. November sollte er tatsächlich da sein – der Ken. (Ich gebe an dieser Stelle zu, dass ich noch bis zum 17. am Morgen damit gerechnet habe, dass ein Anruf kommt, der mitteilte „Ätsch, doch nich!“)
Bis zur Buchmesse war das Ereignis eins wie viele andere auch… Naja, der kommt da halt… Auf der Fahrt von der Messe dann, wurde mir, glaube ich, das erste Mal so richtig bewusst, dass da mir da ein ganz großer über den Weg laufen können könnte. Bis dahin, ging ich auch noch gar nicht davon aus, dass ich ihn auch wirklich sehe. Auch zwei Wochen vorher nicht. Der Besetzungsplan sah nämlich so aus, dass es nicht gehen könnte und ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, dass dieses Ereignis ohne mich stattfinden würde. Erst der liebste aller Lieblingskollegen stupste mich auf die Idee der Umbesetzung, die alles zum Funktionieren bringen könnte. Und tatsächlich klappte es. Mein Sehen von Ken war also gesichert.

Wie auch immer es dann wiederum geschah, was dann geschah… am 17. November sollte ich mit zum kurzen Vorherplausch – mit Ken. (Auch hier rechnete ich ja bis zum 17. am Morgen wiederum mit einem Anruf, der mitteilte „Ätsch, doch nich!“)
Bis ich das jemandem erzählte war das Ereignis wieder eins wie viele andere auch – nur, dass ich mich vor der Qualität meines Englischs fürchtete (und die alte Angst, kein Wort rauszubekommen, weil da in der Runde jemand viel besseres können könnte als ich). Mein „OMG, OMG, OMG“, dass in meinem Kopf rumschwirrte, hatte bis dahin völlig verdrängt, was da eigentlich tatsächlich passieren können könnte. Erst ein kleines direkt gezwischtertes *kreisch* brummte mir mit aller Wucht auf, dass ich auf Ken Follett – DEN Ken Follett – treffen sollen sollte und zwar nicht mal einfach nur so kurz zum Buch hinlegen, rinschreiben lassen und dann wieder gehen.

Mit einer Punktlandung kamen der liebste Lieblingskollege und ich an. Nur zwei Minuten später und wir hätten unsere Chance vertan gehabt. Denn er kam überpünktlich an. So schlüpften wir noch schnell mit hinein zum kurzen Vorplausch – mit Ken. Der Kopf hatte den ganzen Vormittag Zeit gehabt sich verrückt zu machen. Und so war es ersteinmal ganz schön befremdlich IHM gegenüber zu stehen, IHM die Hand zu schütteln. Dat Hirn wollte sich auch noch nicht so richtig beruhigen als man mich plötzlich auch noch neben ihm platzierte. *urgs* Da saßen wa nun. Ich neben dem Mann, der genau so lange ein Bestsellerautor ist, wie ich lebe. *urgs* Mit Smalltalk kommt man da sicher weiter. Und *uff* das Eis war gebrochen. Seine unglaublich knuffige Übersetzerin sorgte dafür, dass der kurze Vorplausch wie im Flug verging (und stahl ihm an mancher Stelle mit ihrem verschmitzten Lächeln auch schon mal die Show 🙂 ). Auf dem Weg zur Buchhandlung verpflichtete ich Ken Follett dann noch fix mir zu verraten, wie ich seinen aufgenommenen Song im Internet finden könne – doch dann ging schon die Arbeit los. Sowohl für ihn (man, kann der Autogramme geben… Beim Anblick der Schlange vor und im Laden ging ich echt davon aus, dass der letzte in dieser Schlange leer ausgehen würde) als auch für mich (ich hatte mir an diesem Tag als Webmaster noch auf die Fahnen geschrieben die Live-Berichterstattung vorzunehmen und ordentlich Fotos für die Nach-Berichterstattung zu sammeln).

Diese zweite Stunde war eine recht merkwürdige… Nach tatsächlich knapp 30 Minuten waren die Menschenmassen fast verschwunden. Nach diesen tatsächlich knapp 30 Minten dachte ich, es wäre schon zwei Stunden später. Da war innerhalb kurzer Zeit so viel passiert. So viele strahlende Gesichter zogen an mir vorüber. So viele Blitze blitzten über den Signiertisch. So viel Stimmengewirr zog durch den Laden. Wahnsinn.
Abends, beim Bilder durchforsten, blieb ich immer wieder an einem hängen, das die Masse an Passiertem in einem winzigen Moment festhielt.

Mein allerliebstes Foto von diesem Nachmittag… Wie sie sich anstrahlen, die beiden alten Männer… So rasch ging der Moment vorbei und trotzdem haben die beiden sich während dieses Blicks vermutlich unglaublich viel erzählt 🙂
Die zwei alten Männer und das Buch

Beim Rauslaufen erinnerte ich Mr. Follett noch einmal an sein Versprechen und somit hielt ich dann auch alle Angaben für einen neuen tollen (noch viel tolleren als ich es zu dem Zeitpunkt auch nur ahnte) Musikfund in den Händen. Dazu aber zu gegebener Zeit noch einmal mehr 🙂

Dann blieb nur noch ein schnelles verabschiedendes Händeschütteln und der Kreis schloss sich. Die Autotür auch. Weg war er wieder und der Kopf fragte sich, war das jetzt gerade eben alles wirklich real gewesen?

Das ein oder andere wird ähnlich wie bei meinem großen Sprung vor ein paar Monaten noch ein wenig brauchen und vor allem immer wieder zu den unmöglichsten Gelegenheiten durch eine winzigkleine Kleinigkeit wieder hervorgeholt werden und ein breites Grinsen auf mein Gesicht zaubern. Ähnlich wie beim großen Sprung dachte ich übrigens auch hier wieder:

Noch mal! Noch mal! 🙂

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11 Antworten zu “Shakin‘ hands with Ken

  1. Katja 22/11/2010 um 13:25

    Ach toll! Schöner Bericht, fühlt sich sehr ‚mitten drin‘ an. Bei manchen Dingen (so empfinde ich es zumindest immer) ist es gut, sie aufzuschreiben oder auch im Bild festzuhalten, damit die ‚Wirklichkeit‘ (Wahrhaftigkeit?) dieses Moments sich setzen kann.
    (Das Nervös machen tut mir leid, ich dachte, du wärst es schon gewesen. :D)

    • lebenzeichnendes 23/11/2010 um 00:25

      Das stimmt. 🙂 Das mit der Wirklichkeit ist auch nach fast einer Woche noch nicht so richtig angekommen. Aber immerhin habe ich die Fotos und jetzt auch den Bericht, an den ich mich halten kann 🙂

      Nervös war ich bis zu deinem *kreisch* nur wegen meines Englischs. Aber dieses Bewusstwerden, was da gerade passiert, war eigentlich schon wieder ein ganz eigener Moment 🙂 Von daher also eher Danke! Und niemals nicht ein Vorwurf!!

      • Katja 23/11/2010 um 12:05

        Ah OK, dann bin ich beruhigt! 🙂
        Hatte ich nicht als Vorwurf verstanden, mich aber trotzdem bisschen schuldig gefühlt, eben weil du ja vorher schon nervös warst und ich das nicht ‚verschlimmern‘ wollte.
        Dieses andere Zappeln, jenes der Bedeutung wegen, ist aber ok, dafür übernehme ich gerne ein bisschen Verantwortung. 😀

        Die verlinkte CD ist übrigens krass. Das sind alles Autoren?
        Ich kenne den gleichnamigen Film (also ‚Stranger than fiction‘), falls du den nicht kennst: unbedingter Guckbefehl. Großartig für lesewütige Menschen. 🙂

        • lebenzeichnendes 23/11/2010 um 23:44

          Da darfste dir ruhig mächtig auf die Schulter kloppen 🙂 Ich vergess so was nämlich ganz oft… Also die Sache mit dem Bewusstmachen. Dann passiert alles ganz einfach und ich stoffel so ganz ratiosüchtig am eigentlichen Erlebnis vorbei. 😀

          Ja, die CD ist eine Perle. Bist du schon bis zu Stephen Kings „Stand by me“ gelangt. *breitgrins* Sobald der neue Monat angebrochen ist, ist diese CD mein. Hach, das wird ein Spaß. Sollen wohl tatsächlich alle Schreiberlinge sein. Werde ich dann mal ergoogeln.
          Den Film kenne ich auch 🙂 Habe auch mächtig geschmunzelt.

  2. Katja 24/11/2010 um 10:48

    Ich kann da (glaube ich zumindest) ohne iTunes gar nicht reinhören, oder? Habichnämlichnicht.
    Hab schon versucht, es sonstwo zu finden, leider aber nix mir Hörproben.

  3. Katja 24/11/2010 um 10:49

    Tausche viel zu ftüh in die Welt entlassenes ‚r‘, das hier schmerzlich vermisst wird, gegen überflüssiges ‚t‘. 😀

  4. lebenzeichnendes 24/11/2010 um 21:29

    Hm. Na dann ist ja bald Weihnachten… 🙂 Irgendwie bekommen wa das hin. Und dann wird dir ein *breitgrins* sicher sein. 😀

  5. Katja 24/11/2010 um 21:34

    Ach weisste, um mal rührselig zu werden: Ich bin extremigst erfreut, dass dich die Meeressehnsucht irgendwann bei mir angespült hatte. Ich grinse nämlich sauoft saubreit, wenn ich von dir lese. 🙂

  6. lebenzeichnendes 24/11/2010 um 22:05

    🙂 Ich rühre da mal fleißig mit. Diese glückliche Fügung erfreut mich auch des Öfteren. Was so ein klitzekleiner Zufall im Leben für einen so bereithalten kann *soifz*

  7. Pingback: Stranger than fiction « Lebenzeichnendes

  8. Pingback: Der rote Stuhl « Lebenzeichnendes

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