Käsespätzle mit einem Hauch von Pilz

PilzkonservenEs war schon deprimierend als ich Anfang der Woche meine getrockneten Pilze zum Aufbewahren in die Gläser abfüllte: Sechs gefüllte Zeitungsseiten aus sechs gefühlten (es waren vermutlich sieben ^^) Pilzputzstunden ergaben schließlich drei Gläser Pilzkonserven für demnächst.
In einem dieser Gläser befinden sich gerade mal 25 g getrockneter Pilz. Das ist weniger als man für eine Mahlzeit braucht. Das spornte mich natürlich an, mich doch noch mal auf die Socken zu machen. Doch da war nix mehr mit Herbsttrompeten oder Pfifferlingstrompeten im Wald. Musik war quasi aus. 😦 Und auch sonst ergab der morgendliche Waldlauf nicht mehr allzuviel. Ein paar Exemplare der Familie von und zu Edel-Reizker zeigten sich noch und ein paar Mohrenköpfe und Maronen ließen sich dazu überreden in den Korb zu hopsen. Aber dafür fand ich doch noch ein stattliches Exemplar Pilz wie aus dem Buch und einen knuffeligen Knuddelpilz, dessen Haupt sich ganz samtig anfühlte. Was das für einer war, weiß ich allerdings nicht.

Prachtexemplar knuffeliger Knuddelpilz der klägliche Fund

Ziel des Küchenspuks war es aber an diesem Tag die ersten selbstgemachten Spätzle zu fabrizieren. Und das geschah dann auch: 400 g Mehl in eine Schüssel gesiebt, 5 (am Ende waren es 6) Eier hinzugegeben und das ganze mit dem Knethaken verrührt. Nun eine 3/4 Tasse Wasser und einen gestrichenen Esslöffel Salz dazu. Nachdem ich dann die große 3/4 Kaffeepottasse hinzugefügt hatte, blieb mir nur noch ein kurzes Fluchen übrig. Verflixt und zugenäht, es war sicherlich so eine kleine süße 3/4 Tasse gemeint, die man im täglichen Kaffeeverzehr noch nicht mal mehr im Küchenschrank wahrnimmt. So hieß dann der nächste Schritt nicht für mich „Verrühren Sie den Teig so lange, bis er sich von der Schüssel löst.“ sondern „Kippen Sie so viel Mehl nach, bis sich der Teig von der Schüssel löst.“ *grmpf* Irgendwann hatte ich aber dazu keine Lust mehr und beschloss, dass es auch so gehen müsse. Es wurde eine riesige Sauerei, aber es ging. Den matschigen Teig presste ich also tapfer durch die Spätzle-/Kartoffelpresse in einen Topf mit kochendem Salzwasser. Und als die Teigklümpchen dann auch brav nach oben kamen, rettete ich sie auch ganz brav aus ihrem Bad.

die ersten selbsterzeugten Spätzle das Spätzleschlachtfeld

Das schwierigste war geschafft. Während der Teigpress- und fertige-Spätzle-aus-dem-Wasser-retten-Aktion hab ich schon mal die Pilze mit zwei Zwiebeln angebraten und die Packung geriebenen Käse mit der Packung Schinkenwürfel vermischt. Als dann endlich der gesamte Teig durchgewurschtelt war, durfte dieser mal noch mit der Pilz-Zwiebel-Mischung zusammenkommen. Nun eine Auflaufform geschnappt und abwechselnd die Spätzle- und Käsemischung hineinverteilt. Als letztes noch einen Becher Sahne mit je einer Prise Pfeffer, Muskat und Salz verrührt und über die Käse-Spätzle-Masse gekippt. Ab in den 180 °C vorgeheizten Backofen und 15-20 Minuten über das Küchenchaos staunen und sich fragen, ob der ganze Aufwand dafür wirklich gerechtfertigt war…

…als die Küche dann spuckte, feststellen, dass der ganze Aufwand tatsächlich wirklich und mehr als gerechtfertigt war, und beschließen, es gar überhaupt nicht erst mit so Fertigspätzle zu probieren. Mhmmmm!! Lecker!!
Käsespätzle mit einem Hauch von Pilz

Advertisements

3 Antworten zu “Käsespätzle mit einem Hauch von Pilz

  1. Katja 25/09/2010 um 22:49

    Küchenweitspucken! *sabber*

    Mann, sieht das toll aus!
    Meine Kartoffelpresse hat leider keine verschiedenen Einsätze sonst hätte ich das direkt ausprobiert. Mich schreckt der Aufwand die über ein Brett zu schaben – zudem ich auch gar nicht weiss, wie man das richtig macht. (Hessenkind eben^^) Aber ich glaube, da mache ich mich demnächst mal schlau. Bei den wenigen Gelegenheiten, wo ich selbstgemachte gegessen habe – die waren göttlich.

  2. lebenzeichnendes 27/09/2010 um 19:30

    Is was bei dir angekommen? Echt? Toll. Dann hat die Küche das ja doch hinbekommen mit dem Weitspucken. War ja ein wenig skeptisch 🙂

    Die hier geborenen Kolleschen meinten nach meinem Erfahrungsbericht, es gänge auch mit dem Kartoffelpressenaufsatz. Und wenn man’nen ganz feinen hätte, dann würden die noch toller werden. Hatte ja selbst keine Ahnung. Die Augenbrauen wurden ob des Pressberichts dennoch gezogen. Die einzig wahren Spätzle bekäme man ja wirklich nur durchs Schaben… Merkt man halt doch wieder, dass ich „nur“ ’ne Neigschmeckte bin 🙂

  3. Katja 28/09/2010 um 12:23

    Narf. Nääh *traurig schnüff* Ich meinte, sie sollte – hat sie aber leider nicht.

    Okee, das klingt zumindest als wäre der Teig zäher als ich mir vorgestellt hätte. Muss es beim Schaben eigentlich ein spezielles Brett sein? Und machen die ‚Eingeborenen‘ das nur bei zunehmendem Mond nach 19 Uhr? Man weiss ja nie, wie ausgeprägt solche Rituale sind.^^

    Neigschmeckte ist ein tolles Wort! Das hab ich seit Jahren nicht mehr gehört. 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: