Schweigen

Sie redet einfach nicht. D.h. sie redet schon. Über das Wetter. Über die Wohnung. Über das Essen. Über die Gegend. Und wenn sie mit dem Wetter, der Wohnung, dem Essen und der Gegend fertig ist, bleibt nur noch Schweigen. Dabei kein Augenkontakt versteht sich. Denn mit Augenkontakt könnte sie die großen Fragezeichen in meinen sehen. Könnte sie die Hoffnung erkennen, dass ich nicht wieder die Erwachsene in dem Gespann, in dem ich einfach auch mal Kind sein wollen würde, spielen muss. Nicht wieder die bin, die den Stein ins Rollen bringt. Nicht wieder die bin, die erklärt und Ordnung ins Chaos bringt. Aber die Hoffnung ist ein hartnäckiger Parasit, den es rauszureißen gilt, um dem Schweigen den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Und dann übe ich mich in Genugtuung, dass wenigstens ich nicht diejenige bin, die vor sich hinstammelt.

Advertisements

Eine Antwort zu “Schweigen

  1. Katja 09/09/2010 um 13:56

    Gelesen und mitgefühlt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: