Auf Behördentour

So ein Umzug bringt es ja leider immer mit sich, dass man sich mit den Öffnungszeiten und den Bestimmungen der behördlichen Einrichtungen rumärgern darf. Heute hat alles gestimmt (ausreichend frei am frühen Morgen und passende Öffnungszeiten). Also zögerte ich nicht lang und erledigte die zwei Sachen, die man – soweit ich weiß – nach wie vor nicht übers Internet oder Telefon erledigen kann: Mich beim Einwohnermeldeamt und mein Auto bei der Kfz-Zulassungsstelle ummelden. Der erste Punkt wurde von mir ja nun mittlerweile schon oft genug geprobt und war entsprechend unspannend. Aufregender war dann der zweite Teil. Ein Ausflug in die Kreisstadt zum Landratsamt blieb mir leider nicht erspart. Ein riesiger versnobter Glaskasten empfing mich. Zwei Damen hinter Glas sollten mir Auskunft geben, wo ich mich für mein Vorhaben einfinden sollte. Innerlich stöhnte ich schon mal kurz auf, wusste ich doch, dass die zwei (Entschuldigung) Schnepfen da hinter dem Glas mich gleich nicht verstehen würden, was ich fragte, weil ich ja nun mal von Haus aus nicht laut reden mag. So ein Glas zwischen mir und den Ohren meiner Gegenüber ist da natürlich wenig hilfreich. So kam es dann auch… „Was?“ Den Architekten dieser Einrichtung prügelte ich innerlich damit innerhalb von fünf Minuten das zweite Mal windelweich. Denn zu diesem riesigen Glaskasten gab es genau zwei Reihen Parkplätze, die nicht annährend das abfangen konnten, was dieser Kasten beherbergen konnte. Aber zwei Damen hinter Glas für den Emfang. Wovor sollten die bitte geschützt werden? Nun ja, es gelang uns dann doch noch uns zu verständigen und so begab ich mich durch lange Flure. Genügend Zeit, um mich auf mein nächstes Anliegen vorzubereiten. Ich wusste nämlich nicht wie ich meine alten Nummernschilder abbekommen sollte. *grummel* Am Kfz-Zulassungsstellen-Empfang saß dann auch prompt ein kleines Blondchen, dass mir beim besten Willen nicht weiterhelfen konnte. Bloß gut gab’s gleich um die Ecke kompetentes männliches Autoschilderherstellungspersonal. Wenn die die Schilder herstellen, dann wussten die sicher auch, wie das abzumachen ist. Problem gelöst und auf zum nächsten. Nirgends stand nämlich, dass ich einen (ich weiß schon nicht mehr, wie dieser blöder Code heißt) ominösen Code bräuchte, um mich umzumelden. Mein Versicherungsschein, der ja nun eigentlich Beweis genug hätte sein sollen, um darzulegen, dass ich mein schon genutztes Auto versichert habe, reichte nicht aus, um neue Nummernschilder bekommen zu können. *grmpf* Da stand ich also. 30 Minuten durch die Gegend gekutscht, mich zum Affen gemacht, weil ich nicht wusste, wie diese blöden Schilder abgehen, um dann an einem läppischen 7-stelligen Code zu scheitern? Nö. So nicht. Also Versicherung angerufen und höflichst um diesen Code gebeten. Knappe 40 Minuten und zwei Buchkapitel später dann der Rückruf mit Code. Yeah! Ab dann ging alles ganz fix. Wieder in in die Zulassungsstelle, alle Formulare ausfüllen lassen und der Aufforderung zur Zahlung und Nummernschildherstellung nachkommen. Vorher riet mir die nette Dame vom Schalter noch mit verschwörerischem Blick, ich solle lieber die Preise vergleichen bei den drei Schilderherstellern. Tat ich dann auch und fiel aus allen Wolken. Beim kompetenten Schilderabmach-Schilderhersteller: 52 €, einmal über die Straße laufen: 35 €. Das konnte nicht sein. Etwa 50 Meter weiter gab es noch einen Hersteller… Ich zögerte kurz und lief die dann doch noch. Ziemlich versteckt fand ich den Eingang. Das Haus war schon ein wenig in die Jahre gekommen. Draußen an der Tür die Aufforderung „Bitte nicht klopfen.“ Ziemlich dubios. Aber nun war ich schon mal da, nun konnte ich ja auch fragen. Also rin. Und dann musste ich erst einmal schmunzeln. Ein total runtergekommenes Büro mit einer etwas ältlichen Dame passend gekleidet und einem in die Jahre gekommenen Autoverkäufer, der aber noch die Klamotten aus Jugendzeiten an hatte bot sich mir als Bild. Das war dann also noch mal Zeitreise im Preis inbegriffen – und der Preis war nicht zu toppen: 29 €. Bei aller Sympathie für den Schilderabmachmenschen… Die 23 € hatte ich dann wirklich nicht zu viel.
Kurze Zeit später stand ich dann wieder bei der Dame in der Zulassungsstelle und bekam auch noch meine restlichen Kläber draufgebabbelt. Ich bedankte mich noch überschwenglich für den Preisvergleichstipp und dann ging’s ans Schilder-wieder-drauf-mach-Abenteuer, was aber dann wieder nicht mehr so aufregend war. Ich hatte ja aufgepasst beim Abmachen…

Nun sind also ich und auch mein Auto ganz offiziell und richtig umgezogen. *freu* Und die gesparten 23 € wandern jetzt mal ganz schnell ins Urlaubsschwein. 🙂

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5 Antworten zu “Auf Behördentour

  1. Katja 01/09/2010 um 11:05

    Ich glaube, das ist wirklich bundesweit bei allen Zulassungsstellen so, dass die Schilderpreise mit zunehmender Entfernung zur Zulassung immer günstiger werden.

    Und herrlich, dass wir uns da ähneln, dass du nicht ausgegebenes Geld auch als gespartes Geld empfinden kannst. Eigentlich hat man’s ja gar nicht über, aber wenn’s jetzt doch eh gespart war (noch dazu durch Bemühung und nicht einfach ganz zufällig), dann darf man’s auch für schöne Dinge ausgeben. 😀

  2. lebenzeichnendes 02/09/2010 um 08:47

    Das muss man ja erstmal wissen. Und so oft braucht man ja so ein Autoschild nicht. Eigentlich. Ich wäre ohne den Tipp der Schalterdame tatsächlich zu dem 52 € Hersteller gelaufen, schon deswegen, weil der ja so nett war, mir die Schilder runterzumachen. Bei genormten Schildern sollte man ja auch davon ausgehen können auf genormte Preise zu treffen. Na, wieder was gelernt 🙂

  3. Katja 02/09/2010 um 11:30

    Verzeih! 🙂
    Ich merke gerade, dass sich das ganz anders liest, als ich es gemeint hatte. Sollte nicht irgendwie überheblich klingen, dass man das doch wissen müsste, sondern soifzend, dass die das scheinbar wirklich überall so machen.
    Ich weiss es auch nur, weil ich mal bei ’ner Kreisverwaltung mit Zulassungsstelle im gleichen Gebäude gearbeitet habe und täglich in der Mittagspause an den Schilderhäuschen vorbei kam und irgendwaann die angeschlagenen Preise auswendig konnte.

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