Mit 200 km/h der Erde entgegen oder Über den Wolken…

…kann man den angestauten Frust aus vorangangenen Stunden gut vergessen. Aber mal ganz von vorn – und dann bis zum Schluss:

Sonntag, 7 Uhr, der Wecker klingelt und erlöst mich aus meiner vor einer Stunde eingesetzten Hibbeligkeit. Es ist der Tag an dem ich aus 3500 m Höhe aus einem Flugzeug springen, der Erde entgegenrasen und die Aussicht durch die Luft gleitend genießen möchte. In einer Stunde ist Abfahrt zum Sprungplatz. So weit so gut. Bis jetzt verläuft der Tag nach Plan und pünktlich geht’s auch los. Eine 45minütige Fahrt mit einer kleinen Verfahrerei später kommen wir auch fast pünktlich an. Wir sind da. Der Veranstalter nicht. Na das geht doch schon mal gut los…

Nach einigem Hin und Her finden wir dann schließlich heraus: Wir haben den falschen Sprungplatz genannt bekommen. Nun heißt es alles wieder auf Anfang, denn der richtige Sprungplatz ist nur wenige Minuten von unserem Ausgangsort entfernt. Na super…

Also wieder zurück. Mein Gedankenkarussell hat nun 45 Minuten Zeit sich ordentlich in Fahrt zu begeben. Die nutzt es aber auch ordentlich… Schließlich kommen wir an und werden mit dem Versprechen vertröstet Fotos von unserem Sprung dazu zu bekommen. Einführung in die Geheimnisse des Springens...Ein wenig besänftigt geht es an die Einführung und die Aussicht 30 Minuten später in den Flieger zu steigen. Also Anzug an und wieder hibbelig werden. Warten in der Sonne und das schließlich ganze 1 1/2 Stunden. Meine Laune ist kurz vorm Nullpunkt. Als es jetzt heißt, unsere Maschine kommt – ach doch nicht – fühle ich mich nicht nur ein klein wenig verschaukelt. Da aber schließlich doch alles ein Ende hat, passiert es tatsächlich. EinstiegDer kleine Flieger landet und ich darf einsteigen. In dem Moment bin ich so genervt, dass ich mir überhaupt nicht bewusst bin, was da gleich passieren wird. Einfach nur rein da und es hinter mich bringen.

Es geht auf die Startbahn und schon hebe ich ab. Dem Sprung entgegen. Es ist mittlerweile 12 Uhr und das erste Mal seit drei Stunden komme ich tatsächlich zur Ruhe und der angestaute Frust fällt nach und nach ab. 350 m über dem BodenDamit trifft mich aber auch prompt der Gedanke, dass ich da gleich rausspringen werde. „gleich“ ist allerdings relativ. Wir befinden uns nämlich „erst“ in 350 m Höhe. Da fehlte noch’ne 0 hinten dran, bis es so weit ist. Und so kann ich noch ein wenig die Aussicht genießen und mantramäßig vor mich hin sinnieren „Ich springe gleich aus einem Flieger. Ich springe gleich aus einem Flieger.“


Schließlich hat sich die 0 hinter der 350 eingefunden und ab da passierte alles einfach irgendwie und das richtig gut 🙂

Noch mal durchschnaufen...


Jetzt gibt's kein zurück mehr...


Der Erde entgegen...


Die Aussicht genießen...


Unten angekommen ist der Kopf dann erstmal komplett leer. Dass ich das gerade erlebt haben soll, will mein Hirn einfach noch nicht akzeptieren. Erst am Abend kann ich die Bilder des Tages so richtig Revue passieren lassen und ein dickes Grinsen schleicht sich immer wieder in mein Gesicht 🙂

Noch mal! Noch mal!

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2 Antworten zu “Mit 200 km/h der Erde entgegen oder Über den Wolken…

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