Flattr’n oder nicht?

So ein freier Feiertag mit Regen durchsetzt hat den Vorteil, dass ich mich treiben lassen kann und mir die Zeit gönne mich a) meinem Lieblingsradiosender hinzugeben und b) durchs Internet treiben zu lassen.
Mal abgesehen davon, dass mein Lieblingsradiosender (im positiven Sinne) sehr gemein ist, weil er mir ständig neue Musikimpulse gibt und vor allem neue Buchimpulse, was dazu führt, dass ich mich in regelmäßigen Abständen „genötigt“ fühle der Musik- und Buchbranche Geld für das zu spenden, was beide so auf den Markt bringen… Ha, und dieses „spenden“ passt damit wunderbar zu dem was hier gleich kommt 🙂

Heute gab’s einen Beitrag über Flattr. Die Idee von Flattr, die mit „social micropayment platform“ umrissen wird, finde ich irgendwie gut: Ich lege einen monatlichen Betrag fest, den ich mehr oder weniger „spenden“ möchte und verteile diesen Betrag über den Monat auf Beiträge im Internet, die mir gefallen. Gefällt mir einer, geht der gesamte Betrag an einen Beitrag (abzüglich der 10%, die Flattr bekommt). Gefallen mir viele, wird’s entsprechend aufgeteilt. Spontan fallen mir da schon einige Blogs/Seiten ein, bei denen ich sofort flattrn würde 🙂
Was ich an der Idee so sympathisch finde ist, dass nicht gezwungen bin zu zahlen. Ich klicke da, wo ich selber es möchte. Dort, wo ich die Arbeit, die dahinter steckt, honorieren möchte. Dort, wo ich mich beim Lesen wohlfühle. Dort, wo ich Anregungen finde (warum bitte sollte beispielsweise nur die Musik- und Buchbranche was davon haben, dass ich mich animiert fühle, mir ein neues Album oder Buch zuzulegen – der Impulsgeber könnte dafür genauso belohnt werden). Und vor allem dort, wo ich lesen darf ohne zu zahlen, weil der- bzw. diejenige schreibt, um zu schreiben. Ebenso sympathisch ist, hat man denn die Anmeldeprozedur ersteinmal hinter sich gebracht, dass das ganze dann, so wie ich es mir bisher zusammenreime, relativ unkompliziert abzulaufen scheint. Ich lese, ich find’s toll, ich seh einen Flattr-Button, ich klicke.
Dass ich durch diese Plattform selbst auch „Spenden“ empfangen kann, ist für mich erst einmal zweitrangig. Zum einen lesen hier (noch) nicht soo viele und zum anderen stelle ich mein Licht ja eh immer gern unter den Scheffel und erwarte auch gar nicht, dass meine Beiträge zum Klicken animieren könnten… Klar würde es freuen, aber das war es nicht, was mich bei dieser Idee angesprochen hat.

Ich wäre nun aber nicht ich, wenn ich nicht skeptisch wäre. Denn die, die ich flattrn würde, müssen da auch angemeldet sein und die, die mich flattrn wollen würden, müssten auch angemeldet sein. Und da man sich derzeit nicht ohne Einladung anmelden kann, macht es das ganze schon wieder ein wenig kompliziert. Die nächste Frage wäre, ob sich Flattr auch wirklich durchsetzen würde und vor allem, ob sich dort nicht nur Blogger anmelden und die eingezahlten Beträge lediglich hin- und hergeschoben werden würden. Wobei im Endeffekt alle brav ihre Spenden wieder spenden und der einzige Gewinner Flattr selbst mit seinen 10% ist und Paypal, die wohl derzeit den Zahlungsverkehr regeln und auch ihre Provision wollen). Ich werde nun noch ein wenig weiter vor mich hingrübeln, mich einfach mal für so eine Einladung registrieren und dann weiterschauen. Über Meinungen freue ich mich natürlich 🙂

Hier noch die Erklärung zu Flattr von Flattr selbst:

Und ein paar (da gibt’s natürlich noch mehr!) interessante Beiträge, die mich in meinem Grübeln ein wenig voranbrachten und mir die Idee von Flattr besser veranschaulichten:
I am flattered von Tim Pritlove auf tim.geekheim.de
Spreeblick mit flattr von Johnny Haeusler auf http://www.spreeblick.com
Flattr: Betteln 2.0 von Oliver auf http://www.aptgetupdate.de, wobei ich mich mit dem Begriff des Betteln nicht so recht anfreunden kann.
Kurzinterview mit flattr-Gründer: API kommt von Robert Basic auf http://www.robertbasic.de

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