Aha-Erlebnisse in der Küche

Die griechische Hackfleisch-Tarte von Katja klang und sah zu verführerisch aus, als das sie lange mit dem Ausprobieren auf sich warten lassen konnte. Ein klein wenig skeptisch war ich ob des vielen Paprikas und vor allem ob des darin vorhandenen Schafskäses. Denn letzteren mochte ich nicht wirklich, um nicht zu sagen, eigentlich gar nicht. Aber alle Jahre wieder versuche ich mich in den Dingen, die ich nicht mag. So hatte ich ja auch vor ca. fünf Jahren meine seit Kindertagen vorhandene Paprikaaversion überwunden. Nun ist es nicht so, dass ich seit dem Paprika ungeheuerlich liebe (was die nach wie vor vorhandene Skepsis beweist), aber ich kann ihn mittlerweile ohne Ekel essen und er schmeckt sogar. An diesem Tag war also der Schafskäse dran mal wieder eine Chance zu bekommen… Also wurde der Schafskäse mutig zu all den anderen Zutaten in den Einkaufskorb gepackt.
Bevor der Schafskäse allerdings an die Reihe kam, war da aber noch der Teig dran – und dieser sollte irgendwie den Wurm in meine Küche bringen. Denn so richtig in Form wollte der sich nicht bringen lassen. Es brauchte an die vier Versuche, bis ich es endlich geschafft hatte. Die Freude auf einen gemütlichen Küchenabend war damit sehr gedämpft – und wenn Katja sich als „Mürbeteigausrollhonk“ outete, kann ich mich wohl als Teighorst zu ihr gesellen…
Eigentlich hatte ich mit dieser Teigaktion die Hoffnung auf ein gutes Ende schon aufgegeben. Aber nun war ich mittendrin, nun konnte ich ja nicht aufhören. Also ran an die Füllung. Hackfleisch ankrümeln. Paprika schnibbeln. Pepperoni schnibbeln. Schafskäse schnibbeln. Verwegen mal kosten… und es lecker finden! Noch ein Stück kosten. Immer noch lecker finden. Irgendwann denken: „Hey, da muss jetzt aber auch noch was in die Füllung…“ 🙂 Somit war das innerliche Grinsen wieder hergestellt. Denn nach dieser Erkenntnis, konnte nun gar nichts mehr schiefgehen. D.h. auch wenn noch was schiefgehen würde, ich hatte zumindest die Gewissheit an diesem Tag meine Schafskäseabneigung überwunden zu haben. Ab sofort würde es keinen Salat mehr geben, in den ich vorsichtig hineinlunschen musste, ob sich da nicht zufällig ein Stück Schafskäse versteckte. Alles andere war schließlich schnell zusammengerührt und erwies sich als außerordentlich lecker. Die Form mit dem missratenen Teig konnte befüllt werden. Ab in den Ofen und abwarten bzw. Mehlchaos in der Küche beseitigen.
Schließlich war es soweit…

Die Küche spuckte folgendes aus:
Griechische Hackfleisch-Tarte

Es sah ja gar nicht mal soooo schlecht aus und es roch auch lecker. Also rauf auf den Teller. Der erste Bissen vom Teig verlieh ihm allerdings einen neuen Namen. Ab sofort würde er nur noch unter Würgeteig bei mir laufen. *grusel* Das war überhaupt gar nicht gut. Aber nachdem die letzten paar Monate meine Küche ein Highlight nach dem anderen ausspuckte, durfte sich da nun auch mal ein Missgeschick in eben jene schleichen. Die Füllung allerdings war oberlecker und die löffelte ich nun auch genüsslich aus diesem Etwas von Teig. 🙂

Da ich noch etwas Füllung nach dem Befüllen übrig hatte (die nun friedlich in meinem Tiefkühlfach vor sich hin schlummert), werde ich diese also demnächst noch mal mit einer mir freundlicheren gesinnten Teiggestaltung zusammenbringen. Ich denke in Palatschinken gefüllt, könnte das ein wesentlich größerer Genuss für mich werden. Naja und den Mürbe- äh Würgeteig werde ich irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft noch mal in Ruhe in Angriff nehmen. Den muss ich doch auch hergestellt bekommen.

Advertisements

3 Antworten zu “Aha-Erlebnisse in der Küche

  1. Katja 31/05/2010 um 10:01

    Dankesehr für’s Nachbasteln und herzlichen Glückwunsch zur neuentdeckten Schafskäseverträglichkeit! (Wobei ich mich gefragt habe, ob du jetzt Schafskäse oder diesen Pseudodingens aus Kuhmilch in Salzlake probiert hast, der optisch genauso herkommt, aber ’nen ganzen Tick milder schmeckt.)

    Der Mürbeteig, ja… War der bei dir richtig durchgebacken unten? Ich werde mir auf jeden Fall für’n nächsten Versuch Linsen oder dergleichen zum Blindbacken besorgen. Meiner war grenzwertig mit Tendenz zum gerade so durch, aber ich könnte mir vorstellen, dass das in ’ner schicken Glasform noch schwieriger ist.
    Ich hatte letztens schonmal ’ne Tarte mit Spargel-Schinken-Flüllung gemacht, da war er sehr viel besser. Vielleicht liegt das auch wirklich dran, wie schwer die Füllung ist? (Beim Spargel war das weniger dicht und mit mehr Soßenzwischenräumen.) *grübels*

    Was daran hat dich denn so zum Würgen gebracht? Viel Eigengeschmack hat er ja eigentlich nicht, ich nehme also an, der war auch nicht richtig durchgebacken?

    • lebenzeichnendes 01/06/2010 um 20:55

      Äh, puh… Also da stand Schafskäse drauf, weswegen ich mal davon ausgehe, dass auch welcher drin war 🙂 Ich werde das noch mal prüfen…

      Nein, den Teig hab auch ich nicht richtig durchbekommen (obwohl der auf jeden Fall länger im Ofen war als geplant…) und das war dann wohl auch der Würgegrund. Ich werd’s bei Gelegenheit noch mal probieren. Das steht aber erstmal gaaaaanz weit unten auf der Liste…

      • Katja 01/06/2010 um 22:18

        Wenn Schaf drauf stand, dann war’s auch welches. Früher gab es diesen typisch geformten und verpackten Käse in Salzlake auch nur als Schafskäse, irgendwann dann auch aus Kuhmilch. Ich erlebe aber immer mal wieder, dass das wem nicht bewusst ist – weil’s eben so aussieht wie früher nur Schafskäse aussah.

        Verständlich, dass du das weit unten auf die Liste packst, wenn’s dich zum Würgen gebracht hat. Gibt ja jede Menge echt leckeren Kram, den man weiter oben einsortieren kann.
        Mir ist vorhin eingefallen, dass ich mir ja vor einiger Zeit auch ein Kochbuch nur mit Auflauf-, Quiche- und Gratinrezepten gekauft habe. Ich werde wohl da mal nach ’nem Ersatzteig schauen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: