So ein richtiges…

…Wochenende hatte ich, glaube ich, schon lange nicht mehr. Also so von wegen den Kopf mal aus dem Alltag rausnehmen und etwas unternehmen. Aber das jetzt gerade verflossene Wochenende hat mich mit voller Wucht umgehauen und mir endlich mal wieder gezeigt, dass so ein Kopf-abschalt-Wochenende eigentlich gaaaaar nicht so schwer in die Tat umzusetzen ist und vor allem, dass man doch mehr erleben kann als vorher angenommen. Es hat aber auch gezeigt, dass dieses Gedankenchaos im Voraus total hinderlich ist.
Die Wochenendplanung kam ganz spontan daher, indem ich gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, ’nen Kletterkurs mitzumachen. Noch während ich die Fragen abklopfte (Wann ist der? Wieviel kostet der? Wo findet der statt?), hatte ich mich eigentlich schon entschieden dabei zu sein. Und von dem Moment hatte ich etwas, das mich durch die ätzende Woche gebracht hat und das mich von meinen ganzen anderen Chaotengedanken ablenkte und mir ein wenig Platz zum Ordnen einräumte. <- Die Baustelle ist zwar nach wie vor da, aber sie hat jetzt wenigstens ein wenig Form angenommen… 🙂

Nach einem im Vergleich zu anderen Samstagen kurzen samstäglichen Arbeitseinsatz gings in den sonnendurchfluteten Garten einer Freundin, um dort mal eben noch erst zur Gänseblümchenprinzessin und dann -königin gekrönt zu werden (Fragt nicht! Verneigt euch einfach! 😉 ). Einem, mir Gänseblümchenkönigin würdigen, Abendimbiss folgend gings auch schon ab in die Kletterhalle, in der der erste Teil des Kurses stattfinden sollte.
Nu is ja nicht so, dass ich noch nie in so’nem Seil hing. Bisher allerdings immer im Freien und vor allem unter der verschärften Obhut meines Paps und meiner Brüder. Und da die drei das Klettern ja schon im Blut haben und ich meist nur mal auf einen kurzen Ausflug mitgehe, hab ich das ganze nie so richtig erklärt bekommen bzw. (um auch fair zu bleiben) wollte das alles auch gar nicht so genau wissen. Und hier ist wohl auch der eigentliche Grund für die spontane Entscheidung für den Kurs zu finden… Ich wollte endlich mal genau wissen, wie es geht. Schließlich bin ich in zwei Wochen wieder „daheim“ und vor allem soll’s im Sommer mit den Jungs ’ne ganze Woche zum Klettern gehen. *freu* 🙂
Klein-Coco nun also allein im Seil… Drei Stunden ließ ich mir erklären, wie’s funktioniert: Der Achter-Knoten, die Bedienung des Sicherungsgeräts, der Partnercheck usw. usf. Und während ich vorher noch dachte, läppische drei Stunden, dachte ich nach zwei Stunden, oh weh, wie soll ich den nächsten Tag überleben, wenn mir jetzt schon die Unterarme so weh tun? Denn da sollte es ja noch mal drei Stunden geben… Und *urgs* die sollten draußen am Felsen stattfinden. Da war ich ja noch extrem skeptisch. Schließlich wollte ich’s langsam angehen! Aber die zwei Jungs, die sich erbarmten, an uns Anfänger ihr Wissen weiterzugeben, waren – ich konnte es so gut nachfühlen – scharf drauf raus in die Natur zu gehen. Da waren sie nicht von abzubringen… Und mit dieser Skepsis wurde ich dann in den Abend entlassen, der zwar schon eine etwas vorgerückte Stunde anzeigte, aber noch nicht am Ende angelangt war. Denn noch stand mir eine Flasche Bier und zwei aufregende Partien Ubongo bevor 🙂 Letztere verlor ich natürlich gnadenlos. Spaß hat’s aber trotzdem, vielleicht auch vor allem deswegen gemacht… Die Unterarme taten nach wie vor höllisch weh und die Gedanken an den nächsten Tag waren alles andere als rosig… Ach und die Nacht auf der fremden Couch war auch alles andere als erholsam. Hm, ich berichte hier schon über ein tolles Wochenende – glaub ich 🙂

Am Sonntag hieß es dann viel zu zeitig aufzustehen. Denn um 9 Uhr war Treffpunkt an der Kletterhalle, um gemeinsam ins Donautal aufzubrechen. Nach wie vor von Skepsis durchflutet, war ich doch schon ein wenig grummelig drauf. Naja, als Morgenmuffel ist man das eh von Natur aus…
Allerdings entschädigte die Fahrt zum Felsen schon mal das zeitige Aufstehen und das Frieren, das sich zur morgendlichen Stunde noch einstellte. Die Landschaft hatte schon was und beim Blick von oben aufs Kloster Beuron stellte sich a) ein wohliges Bauchkribbeln und b) ein bereuendes „Warum bekommst du bitteschön nie den Hintern von deinem Schreibtischstuhl hoch und schaust dir am Wochenende mal was an?“ ein. Es war einfach nur schön. Und von diesem Moment an, wurde das Wochenende zu etwas besonderen. Meine Skepsis machte so langsam der schauen-wa-doch-erstmal-wie-es-wird-Einstellung Platz, das Grinsen im Gesicht wollte nicht mehr verschwinden und im Kopf kam die Erkenntnis an, gerade jetzt in diesem Moment zu leben. <- ein gutes Gefühl!

Am Felsen angekommen, hieß es dann erst einmal das Gelernte vom Vorabend wieder rauszukramen… Gurt anlegen, Knoten knoten, Partner checken und so’n Kram. Bloß gut, gab’s ja nicht so viel Alkohol am Vorabend und so klappte das ganz gut 😉 Ich war erst mal mit Sichern dran – und dann durfte ich in die luftige Höhe steigen bzw. dem Sonnenlicht entgegen. Denn oben gabs die wärmenden Strahlen, unten am Fels war’s schon ganz schön kalt. Nach dem ersten Emporkommen war die Angst dann dahin. Fazit: Es klettert sich wesentlich entspannter am Felsen als in der Halle! Und es war gut, dass die Jungs drauf bestanden hatten, raus zu gehen! Nun hieß es also drei Stunden das Gelernte anwenden, am Fels austoben und ein wenig die Aussicht zu genießen. Und bei all dem Spaß legte ich dann nebenbei noch mal noch die Toprope-Prüfung ab und darf nun damit angeben, zumindest bei gelegten Routen Bescheid zu wissen…


Abgerundet wurde dieses bombastische Wochenende noch durch einen Besuch bei meiner neuen Flamme Malte (6 Monate!). Der kleine Stinker zieht mich mit seinem süßen Grinsen immer wieder in seinen Bann 🙂

Advertisements

Eine Antwort zu “So ein richtiges…

  1. Pingback: Im Urlaub « Lebenzeichnendes

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: